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Gedenken an Bombenopfer: Nordhausener NPD-Stadtrat attackiert Bürgermeisterin

Gedenken an Bombenopfer: Nordhausener NPD-Stadtrat attackiert Bürgermeisterin

Beim Gedenken an die Bombenopfer des Zweiten Weltkriegs in Nordhausen ist ein NPD-Stadtrat nach einem Gerangel festgenommen worden. Er war nach Polizeiangaben am Dienstag auf Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) losgestürmt, als sie einen niedergelegten Kranz der NPD wieder entfernen wollte.

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Anhänger der NPD (Archivbild).

Quelle: dpa

Nordhausen. Polizisten hätten ihn abgehalten, noch ehe er Rinke erreichte. Festgenommen worden sei er wegen Verdachts auf Widerstand gegen Polizisten sowie versuchter Körperverletzung.

Die Oberbürgermeisterin hatte nach ihrer Rede bei der Gedenkveranstaltung den Kranz der NPD wegnehmen und zu der etwa 25-köpfigen Gruppe von NPD-Anhängern zurücktragen wollen. Nach Polizeiangaben brachten diese den Kranz schließlich zum Gedenkort auf den Nordhäuser Friedhof.

Der betroffene Stadtrat wies die Polizeidarstellung zurück. „Der Vorwurf des tätlichen Angriffs ist dabei vollkommen haltlos und wird allein durch das Videomaterial der anwesenden Presse entkräftet“, teilte er mit.

Am Ende ihrer Rede hatte Rinke laut dem von der Stadt verbreiteten Text dazu aufgerufen, weiße Rosen im Andenken an die Geschwister Scholl niederzulegen und „allem und allen entgegenzutreten, die die Würde der Toten durch ihre Anwesenheit beschmutzen.“ So wie die Widerstandsgruppe der Geschwister Scholl hätten im Dritten Reich viele Menschen Großes vollbracht. Sie hätten geholfen, Menschen vor dem Tod zu retten, indem sie ihrem eigenen moralischen Urteil vertrauten und damit erkannten, wo Unrecht geschah.

Die künftige Form des Erinnerns werde schwieriger, wenn die Zeitzeugen stürben, sagte Rinke. Rituale wie die Verlegung von „Stolpersteinen“ zur Erinnerung an jüdische Mitbürger oder Jahrestage im ehemaligen KZ Dora würden an Bedeutung gewinnen. Bei der Bombardierung Nordhausens am 3. und 4. April 1945 waren mehr als 8000 Menschen getötet worden.

In einer Mitteilung der Stadtverwaltung erklärte Rinke, dass es nach der NPD-Kranzniederlegung Unruhe und Unmutsäußerungen aus Reihen der Veranstaltungsteilnehmer gegeben habe. Die Würde der Toten sei in Gefahr gewesen. Da dies unakzeptabel gewesen wäre, habe sie wie angekündigt den Kranz den NPD-Mitgliedern zurück geben wollen. Sie sei dann „massiv verbal attackiert“ worden. Die SPD-Landtagsfraktion erklärte, dass NPD-Funktionäre erneut gezeigt hätten, „wessen Geistes Kind“ sie seien. Sie hätten das Gedenken an die Opfer der Bombardierung für ihre Zwecke missbrauchen wollen.

dpa

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