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Polizeiticker Grabräuber zu Haftstrafe verurteilt - Mitangeklagter freigesprochen
Region Polizeiticker Grabräuber zu Haftstrafe verurteilt - Mitangeklagter freigesprochen
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19:07 18.05.2017
Ein Grabräuber ist vom Landgericht Chemnitz zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. (Symbolbild) Quelle: dpa
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Chemnitz

Ein Grabräuber ist vom Landgericht Chemnitz zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Wegen des Diebstahls von Kupferurnen und Störung der Totenruhe verhängten die Richter am Donnerstag gegen einen 29-Jährigen eine Haftstrafe von zwei Jahren. Unter Einbeziehung eines Urteils aus dem Vorjahr verurteilte ihn die Kammer am Ende zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und vier Monaten.

Gegen den Mitangeklagten wurde das Verfahren wegen Störung der Totenruhe und Diebstahls eingestellt. Eine Tatbeteiligung konnte ihm nicht nachgewiesen werden. Der 32-Jährige musste sich jedoch wegen schweren Raubes verantworten und wurde dafür zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt. Wegen der vorangegangenen Verurteilung im vorigen Jahr soll er eine Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren verbüßen.

Nach Überzeugung des Gerichts hatte er im Frühjahr 2014 einen Mann in dessen Wohnung überfallen, ihn mit einer Waffe bedroht und 2700 Euro aus geplatzten Drogengeschäften gefordert. Statt des Geldes hatte er dann ein Handy und ein Tablet geraubt.

Der Staatsanwalt hatte auf Freiheitsstrafen von fünf Jahren beziehungsweise sechs Jahren und sechs Monaten plädiert. Die Anwälte beider Angeklagter hatten für ihre Mandaten Freispruch aus Mangel an Beweisen gefordert. Gegen die Urteile kann Revision beantragt werden.

Beide Angeklagten sind unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraft. Zuletzt waren sie im März 2016 jeweils zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Sie sitzen in Haft.

Das Gericht sah es aufgrund der Summe von Indizien als erwiesen an, dass der 29-Jährige mindestens daran beteiligt war, in der Nacht zum 2. August 2015 auf einem Friedhof in Chemnitz 22 von 27 Kupferurnen aus einem Kolumbarium zu stehlen. Um das Metall zu verkaufen und so womöglich die Drogensucht zu finanzieren, seien zahlreiche der Behältnisse zerkleinert worden.

Zum Verhängnis war dem Mann ein am Tatort gefundener Handschuh mit Spuren seiner DNA geworden. Die Richterin bezeichnete die Tat als respektlos vor den Angehörigen. Auch habe der mögliche Erlös in keinem Verhältnis zum verursachten Schaden gestanden.

Strafmildernd hatte sich ausgewirkt, dass der 29-Jährige bereits seit April 2016 eine Entziehung und eine Therapie absolviert. Die Behandlung verlaufe positiv und es bestünden große Aussichten auf Erfolg, sagte die Richterin. Die Therapie solle fortgesetzt werden.

LVZ

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