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Kind und Mann sterben im Badesee – Obduktion der Leichen

Ermittlungen Kind und Mann sterben im Badesee – Obduktion der Leichen

Ist ein sechsjähriger Junge in Halle ertrunken, weil sein Begleiter leichtsinnig war? Oder hat der Mann Alkohol getrunken? Staatsanwaltschaft, Polizei und Rechtsmediziner haben viele Fragen.

Rettungskräfte am Samstag beim Einsatz auf dem Heidesee.

Quelle: dpa

Halle. Nach der Badetragödie am Heidesee in Halle hat die Staatsanwaltschaft die Obduktion der Leichen des sechsjährigen Jungen und seines Begleiters angeordnet. Rechtsmediziner sollen anhand von umfangreichen Untersuchungen klären, was jeweils genau die Todesursache war, wie ein Sprecher der Ermittlungsbehörde am Montag sagte. Das Kind war am Samstag von einem Passanten leblos aus dem See geborgen worden. Es starb wenig später in einer Klinik. Laut Zeugen wollte der 36-jährige Mann - ein Bekannter der Mutter - dem Jungen an einem unbewachten Abschnitt des Sees das Schwimmen beibringen.

Nach Schilderungen von Zeugen soll er Alkohol getrunken haben, sagte der Sprecher. «Inwieweit das zutrifft, das werden auch die Untersuchungen der Rechtsmediziner ergeben», sagte er. Den zunächst als vermisst gemeldeten 36-Jährigen hatten Taucher am Sonntagabend tot aus dem See geborgen. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass er und der Junge durch einen Unfall und nicht durch Gewalteinwirkung ums Leben kamen.

Die Mutter des Jungen soll vom Ufer aus eindringlich gerufen haben, «aber geht nicht ins Tiefe», sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Unklar sei, was sich dann genau im Wasser abgespielt habe. Das Unglück ereignete sich laut Polizei an einer illegalen Badestelle. Unter Hallensern gilt dies als bekannt, der Ort ist dennoch immer wieder ein Treffpunkt zum Schwimmen. Die Tragik: Die Badestelle befindet sich in Sichtweite zu einem Freibad am See, das ein bewachtes Strandareal mit Rettungsschwimmern hat. Dort muss aber Eintritt bezahlt werden.

Nach den Erfahrungen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) unterschätzen Menschen immer wieder aus Leichtsinn, Übermut und auch falscher Sparsamkeit die Gefahren illegaler Badeorte. Unbewachte Binnengewässer wie Flüsse, Bäche, Seen und Teiche seien jedoch Unfallschwerpunkt Nummer eins in Deutschland. 2015 waren laut DLRG bundesweit 80 Prozent der Badetoten an unbewachten Stellen zu beklagen. Mindestens 488 Menschen starben insgesamt beim Schwimmen. Das war der höchste Stand seit neun Jahren.

Die DLRG appellierte eindringlich an Eltern, den Kindern ausschließlich von Fachleuten das Schwimmen beibringen zu lassen. «Schwimmunterricht ist grundsätzlich nichts für Laien», sagte ein Sprecher der Gesellschaft mit Sitz in Bad Nenndorf (Niedersachsen). Verwandte und Bekannte überschätzten leider oft ihre Fähigkeiten und unterschätzten die Gefahren.

Petra Buch

Heidesee, Halle 51.486462 11.896576
Heidesee, Halle
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