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Kinox.to-Betreiber „möglicherweise bewaffnet“ – Streaming-Portal bleibt nach Razzia online

Kinox.to-Betreiber „möglicherweise bewaffnet“ – Streaming-Portal bleibt nach Razzia online

Die Betreiber von kinox.to sind auf der Flucht, ihre Seite bleibt jedoch weiter im Netz: Nach der Großrazzia im Fall des illegalen Online-Portals fahnden die Ermittler europaweit nach zwei 25 und 21 Jahre alten Brüdern.

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Startseite der Internetplattform Kinox.to.

Quelle: Matthias Hiekel

Dresden/Leipzig. Die aus dem Raum Lübeck stammenden Männer gelten als gewaltbereit und sind möglicherweise bewaffnet, sagte der Sprecher der sächsischen Generalstaatsanwaltschaft in Dresden, Wolfgang Klein, am Montag.

Das Streaming-Portal kinox.to, auf dem nach Angaben der Ermittler mehr als 1,3 Millionen Filme und Serien zur Verfügung stehen, war auch am Montag noch immer online. Gerüchte, wonach die Staatsanwaltschaft die Server übernommen habe und nun gegen Nutzer ermittelt, dementierte Klein. „Zum Abschalten benötigt man die Zugangscodes, die haben wir nicht“, erklärte der Oberstaatsanwalt gegenüber LVZ-Online. Daher seien auch die Portale Movie4k.to, Boerse.sx und MyGully.com weiterhin im Netz. Diese sollen die Brüder und ihre beiden mutmaßlichen Komplizen neben vier Filesharing-Portalen, darunter Bitshare und Freakshare, ebenfalls betrieben haben.

Für User vorerst keine Konsequenzen

Gegen die vier Männer wird wegen gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzungen, Steuerhinterziehung von mindestens einer Million Euro, Erpressung und in einem Fall auch Brandstiftung ermittelt. „Um Konkurrenten vom Markt zu drängen, war den Beschuldigten jedes Mittel recht. Es wurden heftige Drohungen ausgesprochen, auch ein Auto ging schon mal in Flammen auf“, schilderte der Generalstaatsanwalt.

Zwei der mutmaßlichen Portal-Chefs wurden am vergangenen Mittwoch bei einer Razzia in mehreren Bundesländern im Raum Düsseldorf und Neuss vorläufig festgenommen. Die beiden anderen, zwei Brüder aus Lübeck, waren bei der Razzia in ihrem Elternhaus jedoch längst über alle Berge. Die 25- und 21-Jährigen hätten Deutschland vermutlich schon im Juli oder August verlassen, sagt Klein. Nach ihnen wird europaweit gefahndet. Ein schneller Fahndungerfolg sei derzeit nicht in Sicht. „Wir haben momentan keine heiße Spur“, so Klein.

Die User des Streaming-Portals hätten vorerst keine Konsequenzen zu befürchten, betonte der Oberstaatsanwalt. „Die Frage nach der Strafbarkeit der Nutzer haben wir ganz hintenan gestellt. Das ist für uns nachrangig.“ Kinox.to hatte laut Klein mehr als eine Million User täglich und gehörte damit zu den 50 meistaufgerufenen Seiten in Deutschland. Das Portal soll mithilfe von Werbeeinnahmen und Abogebühren finanziert worden sein. Wohin die geschätzten Einnahmen von mehreren Millionen Euro flossen, sei bislang jedoch unklar.

Erste Razzia bei Brüderpaar schon 2013

 

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Screenshot von Kinox.to: Nach den beiden 25 und 21 Jahre alten Betreibern des illegalen Online-Portals wird gefahndet.

Quelle: Screenshot

Kinox.to ist dem bis 2011 von Leipzig aus betriebenen Portal kino.to nachempfunden. Dem „Spiegel“ zufolge sind die Verdächtigen mit den verurteilten kino.to-Betreibern bekannt. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte bereits gegen den Gründer und Chef des Film-Streaming-Angebots ermittelt. Klein zufolge sei im Zuge der Ermittlungen in diesem Verfahren festgestellt worden, dass die Beschuldigten, die zunächst nicht bekannt waren, „einfach weitergemacht und das kinox.to-Portal als das Folgeportal betrieben haben“.  Auch an kino.to seien sie bereits beteiligt gewesen.

Den Brüdern waren die Ermittler offenbar bereits seit mehr als zwei Jahren auf der Spur. Nach Angaben der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) wurde schon im Oktober 2012 Strafantrag gegen sie gestellt. Im Januar 2013 durchsuchten Ermittler  im Auftrag der Staatsanwaltschaft Lübeck die Wohnung der Beschuldigten und beschlagnahmten Computertechnik und Dokumente. Im Zuge dessen verdichteten sich auch die Verbindungen zu kino.to. Der erneute Zugriff der Ermittler kam nun aber offenbar zu spät.

Robert Nößler / dpa

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