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Polizeiticker Mann seit vier Jahren vermisst: Polizei Dresden bittet um Hinweise
Region Polizeiticker Mann seit vier Jahren vermisst: Polizei Dresden bittet um Hinweise
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16:54 11.04.2014
Die Tatverdächtigen Christin Klinger und Martin Fritsche. Quelle: DNNOnline Montage
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Dresden

Nun veröffentlichten Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion Fotos der Beschuldigten Martin Fritsche und Christin Klinger. Grundlage für diesen Schritt sei ein Beschluss des Amtsgerichtes Dresden gewesen, so die Ermittler. Sie erhoffen sich von den Fotos neue Hinweise aus der Bevölkerung.

Martin Fritsche und Christin Klinger sind verdächtig, den Vermissten Enrico Kubat getötet zu haben, um sich seinen VW Golf und seine Kreditkarten zu verschaffen. Die Kriminalisten waren auf die beiden gestoßen, weil sie bereits kurze Zeit nach dem Verschwinden von Enrico Kubat dessen Kreditkarten und seine Bankverbindung genutzt hatten. Mit den Karten kauften der damals 27-jährige Martin Fritsche und die damals 24-jährige Christin Klinger beispielsweise in Hoyerswerda und Leipzig ein, um ihre Drogensucht zu finanzieren. Dafür wurden sie 2012 verurteilt.

Dresden. Die Dresdner Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe, um den vier Jahre alten Vermisstenfall Enrico Kubat aufzuklären. Der Elektrotechniker wird seit Mai 2010 vermisst. Nun veröffentlichten Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion Fotos der Beschuldigten Martin Fritsche und Christin Klinger. Sie erhoffen sich von den Fotos neue Hinweise aus der Bevölkerung.
Warum sie Karten und Daten hatten, sagten sie nicht. Auch nicht, woher sie Kubats Auto, einen grünen VW Golf IV Variant, hatten, den sie für die Fahrten nach Hoyerswerda und Leipzig nutzten. Die beiden Verdächtigen sitzen seit zwei Wochen in Untersuchungshaft - wegen Einbrüchen.

Martin Fritsche ist 1,75 Meter groß und von schlanker Gestalt. Er trägt in beiden Ohren Tunnelohrringe. Zur Tatzeit war er 27 Jahre alt. Christin Klinger ist 1,66 Meter groß und ebenfalls von schlanker Gestalt. Sie war zur Tatzeit 23 Jahre alt und von etwas kräftigerer Statur.

Die Polizei sucht Zeugen, die Martin Fritsche und Christin Klinger am 11. Mai 2010 oder den Folgetagen allein, zusammen mit Enrico Kubat oder anderen Personen gesehen haben. Möglicherweise haben sich die Tatverdächtigen gegenüber Zeugen zum Tathergang geäußert, vermuten die Ermittler. Außerdem bitten sie um Hinweise zum aktuellen Aufenthaltsort von Enrico Kubat. Auch Zeugen, die den Vermissten oder seinen grünen VW Golf am oder nach dem 11. Mai 2010 gesehen haben, sollten sich melden. Hinweise nimmt die Polizeidirektion Dresden unter der Rufnummer (0351) 483 22 33 oder jede Polizeidienststelle entgegen.

Enrico Kubat zuletzt am Albertplatz gesehen

Der Freiberger Enrico Kubat wurde zuletzt am 11. Mai 2010 gesehen. Nach bisherigem Ermittlungsstand besuchte er gemeinsam mit den beiden Beschuldigten und weiteren Personen am 11. Mai 2010, ab frühestens 6 Uhr, das Cafe Europa an der Königsbrücker Straße. Von dort sollen die beiden Arbeitslosen und Kubat am Vormittag gemeinsam zum Albertplatz gelaufen sein. Seitdem wurden Enrico Kubat und sein Fahrzeug, ein grüner VW Golf IV Variant mit dem amtlichen Kennzeichen FG-FJ 99, nicht mehr gesehen. Die Ermittler sind überzeugt, dass Kubat einem Verbrechen zum Opfer fiel. Bisher aber wurde keine Leiche gefunden. Ob der junge Mann mit raspelkurzem Haar mit den Verdächtigen bekannt oder befreundet war, ist offen. Die Inhaftierten geben auch dazu keine Auskunft, in ihren Wohnungen fanden sich keine entsprechenden Hinweise.

Seit Sommer 2012 ermitteln die Staatsanwaltschaft Dresden und die Polizeidirektion Dresden wegen eines Tötungsverbrechens an Enrico Kubat, seit dem 12. Dezember 2012 fahnden die Behörden öffentlich nach dem Vermissten. Obwohl Rundfunk, Print- und Onlinemedien umfangreich berichteten – der Fall wurde auch bei der MDR-Sendung „Kripo Live“ vorgestellt –, gingen keine Hinweise zum Verbleib von Enrico Kubat ein.

5000 Euro Belohnung für Hinweise

Auf Grund der Schwere der Tat hat die Polizeidirektion Dresden für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens und zum Auffinden von Enrico Kubat führen, eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

ttr/dpa

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