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Medienbericht: Mutmaßlicher Komplize wusste laut Bruder nichts von al-Bakrs Terrorplänen

Khalid A. bleibt in Untersuchungshaft Medienbericht: Mutmaßlicher Komplize wusste laut Bruder nichts von al-Bakrs Terrorplänen

Der Terrorverdächtige Dschaber al-Bakr könnte Landsleute ohne deren Wissen zur Vorbereitung eines Anschlags benutzt haben. Das ergaben Recherchen des ARD-Magazins „Fakt“. Der mutmaßliche Komplize Khalid A. bleibt aber vorerst in Untersuchungshaft.

Polizisten bei einem Polizeieinsatz auf der Suche nach Dschaber al-Bakr.

Quelle: dpa

Leipzig. Der mutmaßliche Terrorist Dschaber al-Bakr könnte nach Recherchen des ARD-Magazins „Fakt“ syrische Landsleute ohne deren Wissen zur Vorbereitung und Umsetzung seiner Taten in Deutschland benutzt haben. Der derzeit als mutmaßlicher Komplize inhaftierte Khalid A. habe al-Bakr lediglich in einer Notsituation helfen wollen und ihm deswegen seine Wohnung in Chemnitz überlassen, sagte der Bruder von Khalid A. gegenüber „Fakt“. Al-Bakr habe angegeben, seine möblierte Wohnung in Leipzig verloren zu haben, erklärte der Bruder weiter. Al-Bakr habe auch ihre Chemnitzer Adresse benutzt, um Pakete zu bestellen.

Der Bruder des inhaftierten Khalid A. bestreitet die Terrorvorwürfe gegen seine Familie. Sie seien von Albakr belogen worden. Außerdem hätten sie ein Alibi für die Zeit vor der Festnahme. Demnach hielten sie sich etwa neun Tage auf einer Baustelle in Leipzig auf. Ein Mitarbeiter der Baufirma bestätigte die Angaben. Khalid A. ist nach Darstellung seines Bruders lediglich Teil eines Kuriernetzwerkes gewesen, das für Syrer Geld aus Deutschland in die Heimat transferiert. Darüber habe A. den mutmaßlichen Terroristen kennengelernt.

Für den Extremismusexperten Thomas Mücke ist das Verhalten von Dschaber al-Bakr typisch. „Wenn man vorhat, ein terroristisches Verbrechen zu begehen, dann ist natürlich eine Voraussetzung, dass man sich in seinem sozialen Umfeld völlig unauffällig verhält, weil man ja für eine Anschlagsplanung Zeit braucht“, sagte er „Fakt“. Deswegen seien die Angaben von Khalids Bruder nicht widersprüchlich sondern logisch.

Inzwischen hat die angesehene syrische Organisation Weißhelme Darstellungen von al-Bakrs Bruder dementiert, wonach Jaber zeitweise als Helfer nach Syrien gereist sei. „Ich habe die Daten prüfen lassen und seinen Namen nicht in unseren Unterlagen gefunden“, sagt der Vorsitzende der Organisation, Raed Alsaleh, zu „Fakt“. Zwei Facebookfreunde von al-Bakr aus Idlib bestätigten außerdem dem Magazin, dass der Terrorverdächtige bei einer damals IS-nahen Kampftruppe gekämpft habe und später in die IS-Hochburg Rakka gereist sei.

Wie die Bundesanwaltschaft am Dienstag mitteilte, bleibt der verdächtige Khalid A. allerdings in Untersuchungshaft. Der 33 Jahre alte Syrer war am Dienstag am Bundesgerichtshof in Karlsruhe einem Ermittlungsrichter vorgeführt worden. Dieser erließ einen neuen Haftbefehl, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte. Kalid A.'s Anwalt Peter Hollstein sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass sein Mandant weiter in der Justizvollzugsanstalt Dresden untergebracht werde.

Al-Bakr hatte sich am vergangenen Mittwoch in seiner Zelle in Leipzig erhängt. Die Ermittler gehen davon aus, dass er einen islamistischen Anschlag auf einen Berliner Flughafen plante. Gegen Khalid A. besteht laut Bundesanwaltschaft der „dringende Tatverdacht“, dass er Al-Bakr seine Wohnung in Chemnitz überlassen und diesem beim Kauf der für den Sprengstoff benötigten Materialien im Internet geholfen habe. Laut Hollstein stützt sich der Haftbefehl nur auf Indizien. Insbesondere zur Beteiligung von Khalid A. an den Online-Bestellungen gebe es keine belastbare objektive Beweislage.

Die Vorführung vor einen Bundesrichter in Karlsruhe war notwendig, weil Khalid A. zunächst nur aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Dresden in Untersuchungshaft gekommen war.

LVZ

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