Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -4 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Meißner Flüchtlingsheim-Brandstifter zeigen im Gericht Reue

Anschlag im Juni Meißner Flüchtlingsheim-Brandstifter zeigen im Gericht Reue

Zwei Männer, die in einem geplanten Meißner Asylbewerberheim Feuer gelegt haben, zeigen Reue: „Es gab Ängste, was werden soll; aber das rechtfertigt das, was wir getan haben, in keinster Weise“, sagte einer der Angeklagten.

Feuerwehreinsatz nach dem Brand in der Meißner Flüchtlingsunterkunft. (Archivfoto)

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden. Zehn Monate nach dem Brandanschlag auf ein damals noch unbewohntes Flüchtlingsheim in Meißen haben die beiden mutmaßlichen Täter vor Gericht gestanden - und Reue gezeigt. Die 38 und 41 Jahre alten Familienväter müssen sich wegen schwerer Brandstiftung, Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung verantworten. Am Tatabend hätten sie gemeinsam gegrillt und über Asylpolitik diskutiert, schilderten sie zum Prozessauftakt am Dienstag am Landgericht Dresden. „Dann hat sich alles hochgeschaukelt“, erklärte der 38-Jährige. Sein Komplize sprach von einer spontanen Idee.

„Es gab Ängste, was werden soll; aber das rechtfertigt das, was wir getan haben, in keinster Weise“, sagte der 38-jährige Gerüstbauer aus Meißen. Nach dem Konsum von reichlich Alkohol hätten sie ein Benzin-Öl-Gemisch in eine Weinflasche gefüllt und seien mit Sturmhauben maskiert in das noch unbewohnte Mehrfamilienhaus eingedrungen. Ein erster Versuch scheiterte, beim zweiten Versuch hätten die Matratzen in einer Wohnung in der ersten Etage Feuer gefangen.

Laut Anklage nahmen die Angeklagten dabei billigend in Kauf, dass das Feuer in der Nacht zum 28. Juni 2015 auf Nachbargebäude übergreifen könnte - und Menschen zu Schaden kommen könnten. Die Staatsanwaltschaft sprach zudem von einer ausländerfeindlichen Gesinnung. Die Männer hätten verhindern wollen, dass Asylbewerber in ihre Nachbarschaft ziehen. Das räumte der 38-Jährige ein und antworte auf die Frage nach rechter Gesinnung: „Das war früher mal so, ja.“

Beide Männer beteuerten immer wieder, sich für ihre Tat anschließend geschämt zu haben. Laut Vorsitzender Richterin sei es dann allerdings unklar, weshalb sie am Abend des 14. August erneut in die geplante Asylbewerberunterkunft eingedrungen seien. Die Männer hatten laut Anklage versucht, Wasserhähne aufzudrehen und das Gebäude unter Wasser zu setzen - ohne Erfolg. Der Gesamtschaden betrug über 210.000 Euro.

Zudem sah sich die Kammer ein Video an, auf dem die beiden Angeklagten in der Brandnacht in „ausgelassener Stimmung“ singen - während die Löscharbeiten laufen. Darauf sind Parolen zu hören wie „Einer geht noch, ein Asylant geht noch rein.“ Die Vorsitzende Richterin sagte dazu: „Zerknirscht sehen Sie nicht aus.“

Die Männer sind seit dem 2. Dezember 2015 in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung droht ihnen eine Haftstrafe zwischen einem und 15 Jahren.

 

Von block

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Hier finden Sie Infos und Fotos vom Leipziger Opernball 2017 unter dem Motto „Moskauer Nächte“ mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album 2
    Leipzig-Album 2

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr