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Mord an Chinesin: Stiefvater des Angeklagten fordert hohe Strafe

Landgericht Dessau-Roßlau Mord an Chinesin: Stiefvater des Angeklagten fordert hohe Strafe

Der Mord an der chinesischen Studentin in Dessau hat für Schlagzeilen gesorgt. Nicht nur wegen der Brutalität, auch weil die Eltern des Angeklagten Polizisten sind. Nun hat sich der Stiefvater vor Gericht klar positioniert.

Die Angeklagten und ihre Anwälte im Prozess um den Mord an einer chinesischen Studentin in Dessau (Archivbild)

Quelle: dpa

Dessau-Roßlau. Der Stiefvater des mutmaßlichen Mörders einer chinesischen Studentin hat sich vor Gericht in einer emotionalen Erklärung klar von dem Verbrechen distanziert. Er verabscheue die grausame Tat, sagte der Polizeibeamte am Dienstag am Landgericht in Dessau-Roßlau. „Ich kann mir nur wünschen, dass sie mit größtmöglicher Härte bestraft werden“, sagte er mit Blick auf seinen 21 Jahre alten Stiefsohn und dessen mitangeklagte Ex-Partnerin.

Beide hätten das Leben seiner Familie zerstört. Der erschöpft wirkende Mann sagte, er sei ernsthaft erkrankt. Er äußerte tiefes Mitgefühl für die Familie der getöteten Studentin. Der Mann brach in Tränen aus. Sein Stiefsohn vermied den Blickkontakt zu ihm.

Der Stiefvater berichtete über ihr schwieriges Verhältnis zueinander. Einen guten Kontakt habe es nicht gegeben, stattdessen habe die Mutter ein sehr enges Verhältnis zu ihrem Sohn gehabt. „Sie ist mit Leib und Seele Mutter gewesen.“ Der Angeklagte sei aus seiner Sicht ein Träumer gewesen, der sich die Wirklichkeit zurechtgebogen habe. Er habe keinen Schulabschluss und keine Berufsausbildung. Wegen einer Aufmerksamkeitsstörung sei er in psychiatrischer Betreuung gewesen.

Die Mutter und der Stiefvater waren in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, weil sie Polizeibeamte in Dessau waren und der Verdacht entstand, sie könnten Einfluss auf die Ermittlungen genommen haben. Sie mussten ihre Dienstposten verlassen. Dazu sagte der Stiefvater des Angeklagten: „Meine Frau und ich haben nie etwas vertuscht.“ Er sprach von einer Hetzkampagne der Medien, es würden Spekulationen und Unwahrheiten verbreitet.

Dass er und seine Frau kurz nach der Trauerfeier für die Chinesin eine Gartenkneipe eröffneten, bezeichnete der Polizeibeamte als „unglücklich“. Er würde das gern rückgängig machen, sagte er. Der Termin habe zum einen lange festgestanden, zudem hätten die beiden von der Trauerfeier nichts gewusst.

Seit November vergangenen Jahres müssen sich die beiden 21-Jährigen vor dem Landgericht Dessau-Roßlau wegen Vergewaltigung und gemeinschaftlichen Mordes an der Chinesin verantworten. Im Mai 2016 sollen sie die Studentin misshandelt und getötet haben.

Eine Frau, die einige Monate lang mit der Angeklagten eine Zelle im Gefängnis teilte, berichtete von Misshandlungen, die die 21-Jährige am Anfang der Haftzeit ertragen musste. Mitgefangene hätten sie geschlagen und bespuckt.

LVZ

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