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Polizeiticker Mordanklage nach 24 Jahren - Fall aus Weißenfels wird neu aufgerollt
Region Polizeiticker Mordanklage nach 24 Jahren - Fall aus Weißenfels wird neu aufgerollt
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13:40 13.03.2012
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Ihr wird vorgeworfen, Ende 1988 den 28 Jahre alten Mann in ihrer Wohnung erstochen zu haben, bestätigte Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Neufang am Dienstag. Die Ermittlungen wegen Mordes seien erst 2009 durch eine Aussage ihres Sohnes ins Rollen gekommen. Der Tod des Mannes sei zu DDR-Zeiten als Suizid zu den Akten gelegt worden.

Der Sohn der Frau habe vor drei Jahren vor dem Amtsgericht Weißenfels behauptet, seine Mutter habe ihren Lebensgefährten zu DDR-Zeiten erstochen. Der Mann hatte sich damals wegen einer geringfügigen Angelegenheit verantworten müssen, sagte Neufang. Die Notizen der Richterin haben die Ermittlungen wegen Mordverdachts in Gang gebracht, sagte der Oberstaatsanwalt.

„Das hat bis zur Anklage alles sehr, sehr lange gedauert, weil wir keine Unterlagen zu dem Fall von 1988 gefunden haben“, sagte Neufang. Dies sei offenbar den Wirren der Wendezeit zuzuschreiben.

Zudem würden heute die Akten zu nicht natürlichen Todesfällen bei der Staatsanwaltschaft aufbewahrt, vor 1989 lagerten diese den Angaben zufolge bei der Polizei. Bei einem Suizid seien die Aufbewahrungsfristen auch nicht so lange wie bei ungeklärten Todesfällen oder Mord, der bekanntlich auch nicht verjähre, sagte Neufang.

Weshalb der Fall zu DDR-Zeiten als Selbstmord abgelegt worden sei, sei unklar. „Wir wissen nicht, was alles in den polizeilichen Unterlagen drin war, sie sind weg“, sagte Neufang.

Das Verfahren gegen den Sohn der Frau sei vom Amtsgericht eingestellt worden. Die 57-Jährige wurde laut Neufang in der vergangenen Woche festgenommen. Dabei habe sie sich nicht zu den Vorwürfen geäußert. Nach Erlass des Haftbefehls befinde sie sich in Untersuchungshaft. Wann der Prozess vor dem Landgericht Halle beginnt, sei noch nicht bekannt.

dpa

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