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Noch viel Ermittlungsarbeit im Fall der getöteten Chinesin in Dessau-Roßlau nötig

Mord an Austauschstudentin Noch viel Ermittlungsarbeit im Fall der getöteten Chinesin in Dessau-Roßlau nötig

Bisher schweigt das tatverdächtige Pärchen zu den Mord-Vorwürfen, beide sitzen weiter in Untersuchungshaft. Unterdessen wurden die Ermittlungen an ein anderes Polizeirevier übergeben. Angeblicher Hintergrund: Mutter und Stiefvater des verhafteten Verdächtigen arbeiten bei der Polizei.

Die stark entstellte Leiche der 25 Jahre alten Chinesin war am 13. Mai in einem Gebüsch nahe des Anhaltischen Theaters gefunden worden.

Quelle: dpa

Deassu-Roßlau. Das tatverdächtige Pärchen sitzt in Untersuchungshaft und schweigt: Um den Mord an der chinesischen Studentin in Dessau-Roßlau aufzuklären, liegt noch viel Arbeit vor den Ermittlern. „Die Ermittlungen sind noch lange nicht abgeschlossen“, sagte Polizeisprecher Sebastian Opitz am Mittwoch. Es würden noch viele Spuren ausgewertet, es stünden Befragungen und Vernehmungen an.

Die beiden 20 Jahre alten Tatverdächtigen, gegen die seit Dienstagabend Haftbefehle vorliegen, schweigen zu den Vorwürfen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen gemeinschaftlichen Mordes mit sexuellem Hintergrund. Die stark entstellte Leiche der 25 Jahre alten Chinesin war am 13. Mai in einem Gebüsch nahe des Anhaltischen Theaters gefunden worden.

Unterdessen wurden die Ermittlungen der bisher zuständigen Direktion Ost an die Polizeidirektion Süd übergeben, wie das Innenministerium mitteilte. Einzelheiten nannte es dazu nicht. Nach Informationen der Deutschen Presseagentur ist der Hintergrund, dass Mutter und Stiefvater des verhafteten Verdächtigen bei der Polizei arbeiten. Zuvor hatten bereits andere Medien berichtet, dass das Paar bei der Polizei arbeitet. Um einen möglichen Eindruck der Befangenheit auszuschließen, wurde die Zuständigkeit neu geregelt.

Die Ermittler müssen jetzt den Tathergang klären, ebenso, woher sich Täter und Opfer kannten und die Motive, die das Pärchen zur Tat getrieben haben könnten. Der tatverdächtige Mann hatte sich am Montag von sich aus bei der Polizei gemeldet und angegeben, die bei der Chinesin gefundenen DNA-Spuren könnten von ihm stammen. Er und seine Partnerin hätten sich mit der Studentin zum einvernehmlichen Sex getroffen, anschließend habe sie das Haus verlassen. Die Ermittler gehen davon aus, dass diese Version nicht stimmt. Zeugen hatten die Chinesin anderswo gesehen.

Die Anteilnahme am gewaltsamen Tod der jungen Chinesin in Dessau-Roßlau ist groß. „Wir haben bereits das dritte Kondolenzbuch ausgelegt“, sagte eine Sprecherin der Hochschule Anhalt, an der die 25-Jährige Architektur studierte. Nach Angaben der Stadt sollte ein Exemplar bei der Stadtratssitzung am Mittwochnachmittag ausgelegt werden.

Die Eltern der jungen Frau würden weiter umfassend betreut, sagte die Hochschulsprecherin. „Wir wollen, dass sie sich nicht alleingelassen fühlen. Das ist uns sehr wichtig.“ So gelte es, die Beisetzung mit Hilfe von Dolmetschern zu organisieren, Dokumente zu beschaffen und Schriftstücke zu übersetzen.

Chinesische Medien berichteten am Mittwoch über den Fall, aber nicht sonderlich prominent. Die junge Chinesin war am Abend des 11. Mai von einer Joggingrunde nicht in ihre Wohnung zurückgekehrt. Ihre Leiche wurde erst zwei Tage später gefunden, mit schweren Verletzungen am Kopf und im Gesicht.

LVZ

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Dessau-Roßlau
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