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Polizeiticker Noch viele Stellen bei der sächsischen Wachpolizei frei
Region Polizeiticker Noch viele Stellen bei der sächsischen Wachpolizei frei
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16:54 11.03.2018
Zwei Jahre nach dem Start der Wachpolizei sind immer noch nicht alle vorgesehenen Stellen besetzt. (Archivbild) Quelle: dpa
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Dresden/Leipzig

Zwei Jahre nach dem Start der Wachpolizei in Sachsen sind immer noch nicht alle vorgesehenen Stellen besetzt. Nach Angaben des Innenministeriums in Dresden versehen in den fünf sächsischen Polizeidirektionen aktuell 400 Wachpolizisten ihren Dienst. Damit ist das 2016 begonnene Projekt weiter in Verzug - ursprünglich waren 550 Stellen bis Mitte 2017 geplant. Gegenwärtig würden in Bautzen 50 Anwärter zu Wachpolizisten ausgebildet, sagte eine Sprecherin der für die Ausbildung zuständigen Bereitschaftspolizei Sachsen.

Knapp 300 Wachpolizisten sind demnach in Dresden, Leipzig und Chemnitz im Einsatz. Das übrige Viertel verteilt sich auf die Standorte Zwickau und Görlitz. Zuletzt ist das Interesse an der dreimonatigen Ausbildung noch einmal stark zurückgegangen. Bewarben sich für den ersten Kurs mit 50 Plätzen noch knapp 2400 Frauen und Männer, waren es zuletzt nur noch 375 Bewerbungen. Vor einem Jahr waren es immerhin noch 985 Bewerber.

Wachpolizisten helfen etwa beim Schutz von Unterkünften für Flüchtlinge oder Asylbewerber, jüdischer und muslimischer Einrichtungen. Sie sichern Festnahmen oder Gefangenentransporte mit ab oder bewachen gefährdete Objekte von Behörden - jedoch immer im Beisein eines regulär ausgebildeten Polizisten.

Entlastung, zum Beispiel in Leipzig

Bis Anfang März machten zwar 617 Frauen und Männer einen Abschluss als Wachpolizisten, aber nicht alle traten dann auch den Dienst an. Zudem wechselten im November 2017 die ersten 182 Wachpolizisten in die um sechs auf 24 Monate verkürzte reguläre Ausbildung für den Polizeivollzugsdienst. Andere wiederum arbeiten aus verschiedenen Gründen nicht mehr als Wachpolizist oder entschieden sich für ein Studium bei der sächsischen Polizei, wie die Sprecherin erläuterte.

Beim Sichern gefährdeter Einrichtungen wie beispielsweise des US-Generalkonsulats in Leipzig bedeuteten die Wachpolizisten eine Entlastung ihrer regulären Kollegen, sagt Cathleen Martin, sächsische Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft. "

Aber die Fläche decken wir damit nicht ab, für den Bürger ist das nicht spürbar." Doch den Einsatz von Wachpolizisten im Streifendienst hält Martin aufgrund der kurzen Ausbildungszeit für keine gute Idee. So seien die Kollegen im Strafrecht nicht fit genug. Die einzige Lösung: mehr reguläres Personal. Aktuell kommt Sachsens Polizei auf rund 11.000 Mitarbeiter.

Ausweitung schwierig

Auch der innenpolitische Sprecher der Grünen warnt vor einer Ausweitung der Aufgaben für die Wachpolizei. "Die dreimonatige Schnellausbildung mit Schusswaffe ist und bleibt ein Sicherheitsrisiko auf zwei Beinen", sagte Valentin Lippmann der dpa. Die Staatsregierung begehe Wortbruch, wenn sie jetzt überlege, inwiefern das Projekt nach 2020 weitergeführt werden könne.

Bewusst sei immer von einem Übergangsmodell die Rede gewesen. Nun werde sogar eine Ausweitung der Befugnisse geprüft, obwohl die Bewerberzahlen rückläufig und frühere Aufgaben wie der Schutz von Flüchtlingsunterkünften weggefallen seien.

Es sei zwar ein gewisser Durchfluss in den regulären Polizeidienst erkennbar, allzu hoch sei dieser aber nicht. "Außerdem muss man sich fragen, ob diese Bewerber nicht ohnehin zur Polizei gegangen wären."

Die einzige Möglichkeit, dem Personalmangel in den Polizeirevieren etwas entgegenzusetzen, sei die Erhöhung des Einstellungskorridors parallel zu einem späteren Renteneintritt auf freiwilliger Basis. Darüber hinaus sollten die Polizisten von Verwaltungstätigkeiten entlastet werden. Statt Dienst an der Waffe zu tun, könnten entsprechend weitergebildete Wachpolizisten als Sachbearbeiter in der Polizeibehörde eingesetzt werden.

LVZ

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