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Opferberatung wirft Behörden Verharmlosung rechter Gewalt vor – mehrere Morde in Leipzig

Opferberatung wirft Behörden Verharmlosung rechter Gewalt vor – mehrere Morde in Leipzig

Ein gutes Dreivierteljahr nach Bekanntwerden der Morde der Zwickauer Terrorzelle zeichnen Opferberatungsstellen ein erschreckendes Bild vom Umgang deutscher Behörden mit Rechtsextremismus.

Berlin. Laut eines am Dienstag in Berlin vorgestellten Berichts im Auftrag der Amadeu Antonio Stiftung verharmlosen Polizei und Politik immer wieder das Ausmaß rechter Gewalt. Demnach würden rechtsextreme Motive bei Übergriffen oft ausgeblendet und die Schuld dafür den Opfern zugeschoben, hieß es bei der Vorstellung.

Die Organisation, die sich seit 1998 gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus engagiert, forderte unter anderem mehr Sensibilität der Behörden bei Neonazi-Gewalt und die Stärkung zivilgesellschaftlicher Projekte. Dies war im November auch in einem gemeinsamen Antrag aller Bundestagsfraktionen beschlossen worden. Passiert sei seither aber nicht viel, beklagte die Stiftung.

Seit Anfang des Jahres überarbeiten Bund und Freistaat ihre Statistiken zu rechtsextremen Gewalttaten und Morden in Deutschland. So korrigierte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) im Februar die Anzahl der Tötungsdelikte seit der Wende mit rechtsextremem Hintergrund von ursprünglich elf auf 58. Sachsen berichtigte seine Zahlen von sechs auf acht Morde.

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Gedenken an den ermordeten Kamal K.. in der Leipziger Innenstadt. (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Zu den inzwischen anerkannten Opfern zählen unter anderem der im Oktober 2010 vor dem Leipziger Hauptbahnhof von zwei Neonazis ermordete Kamal K., der 1996 in der Messestadt umgebrachte Achmed B. und der 1998 in Leipzig zusammen geschlagene und später an den Verletzungen gestorbene Zimmermann Nuno L.

Laut Recherchen der Amadeu Antonio Stiftung gab es seit 1990 allerdings weitaus mehr Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland. Unter den registrierten 182 Fällen sind auch der 2008 nach Tritten von Neonazis gestorbene obdachlose Leipziger Karl-Heinz T. und der 1994 von Rechten in einem Mietshaus der Messestadt zu Tode geprügelte Klaus R.

Internet: www.mut-gegen-rechte-gewalt.de

mpu / dpa

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