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Oury-Jalloh-Prozess: neues Brandgutachten zum Tod in Dessauer Polizeizelle scheint möglich

Oury-Jalloh-Prozess: neues Brandgutachten zum Tod in Dessauer Polizeizelle scheint möglich

Ein neues Brandgutachten könnte aus Sicht eines Sachverständigen noch ungeklärte Fragen nach den Todesumständen des Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle klären.

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Gedenken an den auf dem Dessauer Polizeirevier verstorbenen Oury Jalloh 2010 (Archivaufnahme).

Quelle: dpa

Magdeburg. Das Landgericht Magdeburg befragte den Experten am Dienstag nach den Möglichkeiten einer wieteren Aufklärung. Er vertrat die Ansicht, es ließe sich durchaus klären, wie schnell damals die Hitze, die Jalloh das Leben gekostet hat, in der Zelle 180 Grad erreichte. Einen formellen Beschluss für ein neues Gutachten fassten die Richter aber nicht. Vielmehr soll der Brandsachverständige seine Ausführungen am 20. April fortsetzen. Zuvor plant das Gericht noch einen Verhandlungstag am 18. April.

Die Nebenklage, die Jallohs Familie vertritt, hatte wiederholt kritisiert, dass stets davon ausgegangen worden ist, dass Jalloh selbst die Matratze entzündete. Ein erstes Gutachten hatte nicht genau klären können, wie der an Händen und Füßen gefesselte Afrikaner den Brand in der Polizeizelle mit einem Feuerzeug entfacht haben kann.

Die Nebenklage forderte deshalb eine neue Expertise. Das lehnte das Gericht zunächst ab, weil keine neuen Erkenntnisse für das laufende Verfahren gegen den angeklagten Polizisten zu erwarten seien. Nun könnte es aber doch ein neues Gutachten geben. Der Sachverständige sagte, es könne ein halbes bis ein Jahr dauern, bis es vorliegt, womöglich aber auch schneller gehen. Das Gericht will ihm nun das frühere Gutachten und weitere Akten zur Verfügung stellen.

In dem Verfahren sitzt ein ehemaliger Dienstgruppenleiter unter dem Verdacht der Körperverletzung mit Todesfolge auf der Anklagebank. Er soll ein akustisches Signal des Brandmelders aus der Polizeizelle zweimal per Knopfdruck ausgestellt haben. Erst auf Drängen einer Kollegin soll er mit einem Kollegen zur Zelle gegangen sein. Bisherigen Erkenntnissen zufolge starb Jalloh an einem Hitzeschock. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der angeklagte Polizist Jalloh das Leben hätte retten können, hätte er sich gleich um das Warnsignal gekümmert.

Dörthe Hein, dpa

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