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Polizeiticker Polizei zerrt Demonstranten aus Kirche - Politiker fordern Aufklärung über Plauen-Einsatz
Region Polizeiticker Polizei zerrt Demonstranten aus Kirche - Politiker fordern Aufklärung über Plauen-Einsatz
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13:11 02.05.2014
Hunderte Menschen demonstrierten am 1. Mai in Plauen gegen eine rechte Kundgebung und für mehr Toleranz. Quelle: dpa
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Zwickau/Plauen/Dresden

Die Staatsanwaltschaft leitete gegen 393 Teilnehmer einer Blockade Verfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ein, wie die Polizei Zwickau mitteilte. Die Einsatzleitung habe sich unterdessen beim Pfarrer für die „Irritationen“ entschuldigt und sei im Gespräch mit der Kirche, wie ein Sprecher des Innenministeriums in Dresden sagte.

Rund 2000 Menschen waren nach der Maikundgebung dem Aufruf zum friedlichen Protest eines Bündnisses „1. Mai - Vogtland nazifrei“ gegen einen rechten Aufmarsch gefolgt. Nach Angaben der Ermittler hatten dann aber 200 gewaltbereite Demonstranten vor der Paulskirche Barrikaden errichtet und Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen. Einige der mutmaßlichen Straftäter mussten die Beamten zur Feststellung der Identität auch aus dem Gotteshaus holen, die anderen wurden eingekesselt. In einigen Fällen werde auch wegen Raubes, Diebstahls, Körperverletzung und Sachbeschädigung ermittelt, hieß es.

Der Vorsitzende der SPD Sachsen, Martin Dulig Quelle: dpa

SPD-Landtagsfraktionschef Martin Dulig forderte eine schnelle Aufklärung der Vorfälle. Das Vorgehen der Polizei sei „völlig inakzeptabel“, sagte er am Freitag in Dresden und sprach von einer „völlig überzogenen“ Reaktion. Er kritisierte die Ermittlungen gegen alle 200 Demonstranten und dass diese unter Generalverdacht stünden, Linksautonome zu sein. „Es gab nur eine kleine Gruppe Randalierer.“ Grünen-Innenexpertin Eva Jähnigen verlangte von Innenminister Markus Ulbig (CDU) Auskunft gegenüber Öffentlichkeit und Parlament, warum der Einsatz „aus dem Ruder gelaufen“ sei. Nach ihren Informationen seien friedliche Demonstranten gegen den Willen des Pfarrers aus der Kirche gezerrt und die Treppe hinuntergestoßen worden. Diese „Form der Eskalation“ sei „vollkommen unverständlich und inakzeptabel“. Die Grüne Jugend Sachsen sprach angesichts „massiver Polizeigewalt“ vom „neuen Tiefpunkt“ der sächsischen Demokratie.

dpa

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