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Polizeiticker Sachsen wirbt mit Melissentee um neue Polizisten
Region Polizeiticker Sachsen wirbt mit Melissentee um neue Polizisten
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23:10 15.01.2016
Von Andreas Debski
Verdächtig gute... Werbung der Polizei? Quelle: André Kempner
Leipzig

Grüne, vertrocknete Pflanzenbrösel in einem Reagenzglas. Daran ein Zettelchen: „Die Polizei erlaubt mehr, als du denkst!“ Im Kleingedruckten heißt es dann: „Karriere bei der Polizei Sachsen. Gleich bewerben unter www.verdaechtig-gute-jobs.de“. Wie? Was? Die Polizei wird doch nicht etwa – Cannabis verteilen? Bei allem Verständnis für die Personalnot in den Revieren – aber wer hat denn da vom berauschenden Tütchen genascht? Die Antwort findet sich auf der Rückseite des Zettelchens: Es handelt sich um Melissentee – und das Innenministerium serviert auch gleich eine Aufbrühempfehlung mit.

Doch halt: Melisse – da war doch was? Richtig, Melisse ist ein bewährtes Heilkraut, wirkt besonders gut, um die Nerven zu entspannen und gut in den Schlaf zu schlummern. Aber auch bei Magenbeschwerden und offenen Wunden soll die Melisse wundersame Wirkung entfalten, verspricht die Kräuterfee. Demnach bietet die Polizei in Sachsen also schläfrig gute Jobs. Oder will Innenminister Markus Ulbig (CDU) auf die Wunden aufmerksam machen, die in seinem Personalbudget klaffen und ihm Magenschmerzen bereiten?

Nichts von all dem, stellt sich bei einer Nachfrage im Innenministerium heraus. 5000 dieser melissenbestückten Cannabis-Doppelgänger sollen an Jugendliche verteilt werden. Da es angesichts des Nachwuchsmangels eine Herausforderung bleibe, ausreichend junge Menschen für den Polizeiberuf zu begeistern, müssten die ausgewählten Werbemittel „entsprechend frisch und frech sein“ und dürften „gelegentlich auch ein Augenzwinkern“ auslösen. Schlappe 6000 Euro lässt sich der Freistaat die von der Agentur Heimrich & Hannot ausgeklügelten Reagenzgläser kosten. Na dann mal: Wohl bekomm’s – und gute Nacht!

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