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Polizeiticker Sachsens Innenminister Ulbig will länderübergreifenden Kampf gegen Crystal
Region Polizeiticker Sachsens Innenminister Ulbig will länderübergreifenden Kampf gegen Crystal
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10:19 05.01.2015
Ein Zollbeamter hält vor einem Tisch ein Wabengitter in den Händen, in der die Droge Crystal Meth geschmuggelt wurde. Quelle: Marc Müller
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Dresden

„Wenn wir den Polizeivertrag auch mit Tschechien haben und damit die Eingriffsbefugnisse der deutschen und tschechischen Polizei noch größer sind, werden wir noch ein ganzes Stück weiter vorankommen“, sagte er. 

Außerdem forderte Ulbig eine länderübergreifende Kontrolle des Handels mit Grundstoffen zur Crystal-Herstellung. „Wir brauchen eine europäische Regelung. Damit wir wenigstens innerhalb Europas - wenn sich schon die Welt bei dem Thema nicht einigen kann - kein Einfallstor mehr haben.“ Die Zahlen gehen nach oben: Schon von 2012 auf 2013 stieg die polizeilich sichergestellte Menge der extrem schnell abhängig machenden Droge in Sachsen um fast 100 Prozent auf knapp 15 Kilo.

Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor, doch allein bei einem gemeinsamen Schlag der tschechischen und deutschen Polizei Anfang November wurden 2,9 Tonnen des Crystal-Grundstoffs Chlorephedrin sichergestellt. 2,3 Tonnen der Droge mit einem Straßenverkaufswert von 184 Millionen Euro hätten damit hergestellt werden können. „Wenn man sich den Marktwert mal anguckt, dann sind wir in einer anderen Dimension als noch vor einem Jahr, als wir vom Ameisenhandel geredet haben, mit dem die Leute das Zeug vor allem für den Eigenbedarf über die Grenze gebracht haben“, sagte Ulbig. 

Die größere Menge des sichergestellten Crystals sei auch mit der höheren Kontrollintensität zu erklären. „Aber auf der anderen Seite sagen die Drogenberatungsstellen, dass die Zahlen der Beratungssuchenden dort auch ansteigen. Und das belegt ja, dass auch die konsumtiven Zahlen hoch gehen“, erklärte der Innenminister. 

Das Crystal-Problem breite sich auch geografisch weiter aus: „Wir sehen, dass sich über Sachsens Landesgrenzen hinaus - beispielsweise in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg, besonders entlang der Autobahnen - der Nachfragemarkt entwickelt. Und damit wird das natürlich zu einem Thema in ganz Deutschland.“

Schon jetzt sei die Zusammenarbeit mit den tschechischen Nachbarn gut, wie nicht zuletzt der Fall vom November gezeigt habe, sagte Ulbig. Noch müssten in den gemeinsamen Fahndungsteams aber je nach Einsatzort immer Beamte des jeweiligen Landes die hoheitlichen Aufgaben übernehmen. „Im Polizeivertrag werden den Beamten auf der jeweils anderen Seite mehr Kompetenzen eingeräumt. Das heißt aber auch für uns, dass wir akzeptieren müssen, dass ein tschechischer Polizist auf deutscher Seite hoheitliche Befugnisse haben wird. Das ist ja keine Einbahnstraße.

LVZ

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