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Polizeiticker Sadist will suizidgefährdete Frau erhängen - Urteil Rechtskräftig
Region Polizeiticker Sadist will suizidgefährdete Frau erhängen - Urteil Rechtskräftig
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17:16 04.07.2018
Der Bundesgerichtshof bestätigte eine hohe Haftstrafe gegen einen Mann, der eine Frau dazu gedrängt hatte, sich von ihm töten zu lassen. (Symbolbild) Quelle: dpa
Karlsruhe - 

Die obersten deutschen Strafrichter haben die Verurteilung eines Mannes bestätigt, der eine psychisch kranke Frau aus Leipzig dazu gedrängt hatte, sich von ihm erhängen zu lassen. Der Mann hatte sich am Bahnhof in Gießen bereits mit seinem Opfer getroffen, konnte aber festgenommen werden, bevor Schlimmeres passierte.

Anfang 2017 hatte das dortige Landgericht den damals 57-Jährigen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Mit der am Mittwoch verkündeten Entscheidung des Karlsruher Bundesgerichtshofs (BGH) ist das Urteil rechtskräftig.

Der Sadist hatte nach Überzeugung des Landgerichts seine sexuellen Tötungsfantasien ausleben wollen. Sein Opfer kontaktierte er in einem Online-Forum, über das sich suizidgefährdete Menschen austauschen. Im Auto des Mannes fand die Polizei Abschleppseile und Kabelbinder zum Erhängen und Fesseln.

Weil der Mann die junge Frau aus Leipzig weder getötet noch dazu bereits angesetzt hatte, hatte das Landgericht ihn wegen Sich-Bereiterklärens zum Mord verurteilt. Normalerweise geht es dabei um Fälle, in denen der Täter jemandem sagt, dass er vorhat, eine dritte Person umzubringen. Hier jedoch hatte der Täter seinem Opfer angekündigt, es zu töten - so ein Fall wurde noch nie höchstrichterlich entschieden.

Nach Auffassung der BGH-Richter hat sich der Mann genauso strafbar gemacht: Was die Gefahr für das Opfer angehe, sei kein Unterschied zu erkennen. Sie wiesen deshalb die Revision des Mannes zurück. (Az. 2 StR 245/17)

Hilfe-Hotlines

Betroffene, die unter einer akuten Krise leiden und Suizidgedanken haben, können Hilfe beim Infotelefon Depression (der Stiftung Deutsche Depressionshilfe in Kooperation mit der Deutsche Bahn-Stiftung) erhalten. Tel: 0800 3344533 (kostenfrei) Sprechzeiten: Mo, Di, Do: 13.00-17.00 Uhr, Mi, Fr: 08.30-12.30 Uhr

Hilfe erhalten Betroffene außerdem beim Leipziger Krisentelefon unter (0341) 99 99 00 00 erhalten. Am Wochenende und an Feiertagen stehen Ansprechpartner 24 Stunden bereit, unter der Woche abends und nachts zwischen 19 und 7 Uhr. Außerhalb dieser Sprechzeiten steht auch die bundesweite Telefonseelsorge bereit unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Beide Rufnummern sind gebührenfrei.

Von LVZ