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Schmuggelgut: Sachsens Zöllner kassieren immer mehr Drogen und falsche Produkte ein

Schmuggelgut: Sachsens Zöllner kassieren immer mehr Drogen und falsche Produkte ein

Der sächsische Zoll greift immer mehr Schmuggelgut auf. Die Menge der einkassierten Produktfälschungen aus dem Ausland ist im vergangenen Jahr drastisch gestiegen, erklärte das Hauptzollamt Dresden am Mittwoch auf dem Flughafen Leipzig/Halle.

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Zollbeamtin Oxana Richter präsentiert eine ausgehöhlte Buddha-Figur, die als Drogenversteck genutzt wurde.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Am Schkeuditzer Airport beschlagnahmten die Zöllner vor allem illegale Drogen und Elfenbein.

„Das Thema Produktpiraterie hat uns 2011 enorm beschäftigt“, sagte Hauptzollamtschef Franz Horak. 2481 Pakete mit Markenplagiaten fielen seinen Zöllnern in die Hände, fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Der wirtschaftliche Schaden hat sich dadurch massiv vergrößert, legte um das Dreifache auf knapp 9,1 Millionen Euro zu. 2010 waren gefälschte Produkte im Wert von rund 2,9 Millionen Euro aufgegriffen worden.

Der Anstieg ist deshalb so rasant, weil die falsche Ware zunehmend über das Internet gekauft wird, aber per Post nach Sachsen kommt – und hier von den Zöllner geprüft wird. „In den vergangenen Jahren waren es Sportbekleidungsartikel, Textilien und Accessoires“, führte Horak aus. „Jetzt geht der Trend eher zu elektronischem und technischem Zubehör.“ So seien etwa Mobiltelefone und Armbanduhren namhafter Hersteller besonders beliebt.

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Leipzig. Der sächsische Zoll greift immer mehr Schmuggelgut auf. Die Menge der einkassierten Produktfälschungen aus dem Ausland ist im vergangenen Jahr drastisch gestiegen, erklärte das Hauptzollamt Dresden am Mittwoch auf dem Flughafen Leipzig/Halle. Am Schkeuditzer Airport beschlagnahmten die Zöllner vor allem illegale Drogen und Elfenbein.

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Ähnlich alarmierend sind die Zahlen beim Geschäft mit Drogen – insbesondere am Flughafen Leipzig/Halle. Allein hier stellten die Zollbeamten 175 Kilogramm illegale Substanzen in internationalen Luftfrachtsendungen sicher. 192 Kilogramm – laut Franz Horak zumeist Kokain – waren es sachsenweit und damit 50 Kilogramm mehr als im vorigen Jahr. „Der Einfallsreichtum der Schmuggler ist grenzenlos“, sagte der Chefzöllner. So konfiszierten die Zoll-Kontrollteams auf dem Schkeuditzer Flughafen 51 Kilogramm Kokain, die in Surfbrettern versteckt und auf dem Weg von Chile nach Spanien waren.

An der Grenze zu Tschechien macht sich zudem die Designerdroge Crystal breit. In den Taschen von 78 Schmugglern fanden die Beamten knapp drei Kilogramm des synthetischen Rauschmittels – 2010 berichtete das Hauptzollamt noch von 70 Gramm Crystal in drei Fällen.

Die Schmuggler machen sich offenbar weniger Gedanken um sichere Verstecke beim Drogentransport. Häufig werde nach dem Grundsatz Augen zu und durch geschmuggelt, in der Hoffnung nicht erwischt zu werden, hielt Franz Horak fest. Zudem gab er zu Bedenken: „Es ist besorgniserregend, dass neben dem Drogenschmuggel auch Waffen festgestellt werden.“

Ein Rekordfang gelang dem Zoll beim Elfenbeinschmuggel am Flughafen Leipzig/Halle: 102 Kilogramm des Weißen Goldes wurden entdeckt, bereits zu Ringen und Tierfiguren verarbeitet. „Das ist der größte Schlag gegen den Elfenbeinschmuggel in den vergangenen zehn Jahren“, erläuterte Horak.

Zwar scheinen Kokain aus Südamerika, Crystal aus Osteuropa und Elfenbein überwiegend aus Nigeria in Sachsen zu landen. Welche Absenderländer speziell unter die Lupe genommen werden, wollte der Zoll allerdings nicht offenbaren. „Das bleibt unser Geheimnis“, sagte Hauptzollamts-Vorsteher Horak. Die Veröffentlichung einer Risikoländer-Liste würde den Schmugglern nur die Arbeit erleichtern.

Unbestritten ist, dass den Zöllnern auf dem Schkeuditzer Flughafen eine Menge heißer Ware ins Netz geht. „Wir haben hier einen absoluten Arbeitsschwerpunkt“, räumte Zoll-Sprecherin Heike Wilsdorf ein. Dabei dürfe man aber nicht vergessen, was die Hauptaufgabe sei, nämlich der Beitrag zum Bundeshaushalt, wie Wilsdorf ergänzte. Tatsache: Auch der sächsische Zoll ist eine sprudelnde Einnahmequelle für den Bund. 1,34 Millionen Euro Steuern und Abgaben fuhr die Behörde 2011 ein.

Felix Kretz

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