Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Schwerverbrecher hinterlässt Spur der Gewalt

Schwerverbrecher hinterlässt Spur der Gewalt

An der Hotelrezeption gibt er ordentlich die Zimmerschlüssel zurück, dankt für die Hotelrechnung und verschwindet mit seinem großen Koffer. Nichts deutet auf dem Video aus einer Überwachungskamera eines Frankfurter Hotels auf die dunkle Seite des Mannes.

Voriger Artikel
Schwerverbrecher Feldhofer nach Überfall in Sachsen-Anhalt verschwunden
Nächster Artikel
26-Jährige in Thale Opfer von Gewaltverbrechen - Brand nicht Todesursache

Das Fahndungsfoto der Polizei zeigt Thomas Feldhofer (undatiertes Handoutfoto). Der bundesweit gesuchte Schwerverbrecher (46) hat nach Ermittlungen der Polizei am Mittwoch eine Bank in Arendsee im Norden Sachsen-Anhalts überfallen.

Quelle: dpa

Magdeburg. Doch nach Überzeugung der Ermittler ist es der 46 Jahre alte Thomas Feldhofer - ein gefährlicher Schwerverbrecher, der kurz vor Weihnachten die Polizei ordentlich beschäftigt.

Tatort Arendsee. Die idyllische 3000-Seelen-Gemeinde direkt am Ufer des gleichnamigen Sees ist vom Tourismus geprägt. Seit mehr als 100 Jahren wird dort entspannt und im tiefen Wasser gebadet. In diesen Tagen ist nicht viel los. Bis ein stämmiger Mann mit Oberlippenbart und Rucksack die Filiale der Sparkasse betritt, plötzlich die Mitarbeiter bedroht und Geld verlangt. Mit mehreren tausend Euro flüchtet er nach der Tat am Dienstag in einem gestohlenen Wagen. Wenig später erkennen Zeugen ihn auf Fotos der Polizei wieder: Es war der gesuchte Thomas Feldhofer.

So problemlos ging es für Feldhofer nicht immer ab. Am 9. Dezember bemerkt eine Zivilstreife in Krefeld in Nordrhein-Westfalen sein gestohlenes Auto. Zwei Streifenwagen rasen heran, ein Hubschrauber wird gerufen. Aber Feldhofer gibt Vollgas, lässt sich auch vom Kugelhagel der Polizei nicht stoppen, demoliert auf seiner Flucht fünf Autos. Dann ist er wieder wie vom Erdboden verschluckt. Zwei Tage später überfällt er ein Ehepaar auf seinem Gehöft bei Krefeld. Er raubt die Haushaltskasse, fesselt die 69 und 70 Jahre alten Eheleute und flüchtet wieder.

Wenige Tage später schlägt er im Taunus zu. In der noblen Kleinstadt Kronberg kapert er nach Erkenntnis der Ermittler einen Linienbus. Die sieben Fahrgäste lässt er aussteigen, doch der Fahrer muss ihn Richtung Wiesbaden fahren. Auf halber Strecke steigt Feldhofer aus und nimmt einem Autofahrer dessen Wagen ab. Damit flüchtet er dann. Ermittlungen ergeben, dass der Mann kurz vorher ein Elektrogeschäft überfallen hatte.

Die Polizei fahndet nach Feldhofer seit Wochen mit Haftbefehl. Den ersten Überfall soll er am 17. August in Voerde bei Kleve verübt haben, in Wolmirsleben in Sachsen-Anhalt soll Mitte November schon einmal zugeschlagen haben. Doch für die Beamten ist es schwierig, den Tatverdächtigen zu fassen. „Feldhofer ist mobil und legte zwischen seinen Taten teilweise größere Distanzen zurück“, heißt es im Fahndungsaufruf der Polizei.

Schwierig wird die Suche auch, weil man so wenig von Feldhofer weiß. Der gebürtige Krefelder soll eine Elektrikerlehre zumindest angefangen haben, heißt es wage aus Düsseldorfer Fahndungskreisen. „Er hatte ein sehr dünnes soziales Umfeld“, sagt ein Beamter. Wovon er genau in den vergangenen Jahren lebte, was er denkt und warum die vielen Überfälle - noch ranken sich viele Geheimnisse um den Mann.

Ein möglicher Ansatz der Polizei für die Fahndung sind Tankstellen und Hotels. Denn für seine Hunderte Kilometer langen Reisen braucht er immer wieder auch Benzin. Und wie die Videoüberwachungskamera aus Frankfurt zeigt, nutzt Feldhofer für die Nacht auch gerne eine warme Unterkunft. Der Mann habe sich früher aber auch schon in Wälder zurückgezogen, heißt es. Eine Fahndung per Hubschrauber in den dünn besiedelten Gebieten im Norden Sachsen-Anhalts brachte kein Ergebnis.

Feldhofer könnte jetzt schon längst wieder an einem anderen Ort sein. Die Fahndung läuft inzwischen europaweit. Die Polizei warnt eindringlich davor, sich mit dem Gewalttäter anzulegen. „Der Mann ist gefährlich, er hat eine Waffe“, sagt der Sprecher der Polizei in Salzwedel, Frank Semisch. Bürger sollten sofort die Polizei informieren, falls sie auf den Mann träfen. „Man sollte nicht den Helden spielen.“

Rochus Görgen, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Mitteldeutschland
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Hier finden Sie Infos und Fotos vom Leipziger Opernball 2017 unter dem Motto „Moskauer Nächte“ mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album 2
    Leipzig-Album 2

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr