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Polizeiticker "Spiegel": Rechtsextreme Terrorgruppe OSS diskutierte Nagelbomben-Bau
Region Polizeiticker "Spiegel": Rechtsextreme Terrorgruppe OSS diskutierte Nagelbomben-Bau
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11:13 10.05.2015
Die Polizei setzte vier Mitglieder der rechtsextremen Gruppe "Oldschool Society" fest. (Symbolbild) Quelle: dpa
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Berlin

Das legten Gespräche der Mitglieder nahe, die vom Bundeskriminalamt (BKA) abgefangen worden seien, berichtet das Nachrichtenmagazin. Die Gruppe plante nach Informationen von LVZ-Online auch einen Angriff auf ein Asylbewerberheim in der Region Borna.

Laut "Spiegel" hätten die Rechtsterroristen diskutiert, wie hochexplosive Knallkörper mit Hilfe von Nägeln zu tödlichen Sprengsätzen umgebaut werden könnten. Die Polizei hatte am Mittwoch zugeschlagen und vier Verdächtige festgenommen. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft war bei Durchsuchungen Pyrotechnik „mit großer Sprengkraft“ sichergestellt worden. Mit daraus gebauten Bomben hätten ihr zufolge Menschen verletzt oder getötet sowie Gebäude stark beschädigt werden können.

Alle Verdächtigen in Haft

Die Sicherheitsbehörden hatten zugegriffen, weil sie befürchteten, dass ein ausländerfeindliches Attentat unmittelbar bevorstand. Markus W. war in Sachsen festgenommen worden. Am Donnerstagnachmittag ordnete der Ermittlungsrichter in Karlsruhe gegen ihn sowie eine ebenfalls in Sachsen festgenommene 22-jährige Frau Untersuchungshaft an. Damit sind alle vier Verdächtigen inhaftiert. Bereits am Mittwoch war gegen den in Augsburg festgenommenen Andreas H. (56), den mutmaßlichen Anführer der Gruppe, sowie einen 47-Jährigen aus Bochum Untersuchungshaft verhängt worden.

Verbindungen zur NPD

Zwischen der zerschlagenen Terrorgruppe „Oldschool Society“ (OSS) und der rechtsextremen NPD hat es personelle Verbindungen gegeben. Wie der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz bereits am Donnerstag mitteilte, engagierte sich der mutmaßliche OSS-Vizechef Markus W. im Dürener Kreisverband der Partei. Der 39-Jährige lebte bis 2010 in NRW. Während dieser Zeit war er den Angaben zufolge auch in der 2012 verbotenen Neonazi-Gruppe „Kameradschaft Aachener Land“ aktiv. Gegen die NPD läuft ein Verbotsverfahren beim Bundesverfassungsgericht. Die Länder halten sie für verfassungsfeindlich.

Im NPD-Verbotsverfahren wollen die Länder dem Bundesverfassungsgericht nächste Woche Hunderte neuer Beweise vorlegen. Das haben die Ländervertreter und deren Prozessbevollmächtigter Professor Christian Waldhoff am Freitag beschlossen. Ein entsprechender Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Samstag) wurde vom rheinland-pfälzischen Innenministerium, das derzeit den Vorsitz der zuständigen Innenministerkonferenz hat, bestätigt.

(mit dpa)

LVZ

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