Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Tödliche Schüsse auf Ehefrau in Mittelsachsen: Mildere Strafe für Angeklagten

Erneute Verhandlung Tödliche Schüsse auf Ehefrau in Mittelsachsen: Mildere Strafe für Angeklagten

Weil er die Trennung nicht verkraftete, erschoss ein 55-Jähriger seine Ehefrau. In einem ersten Urteil hatte der Mann lebenslang bekommen, nun muss er 15 Jahre wegen Totschlags ins Gefängnis. Die mildere Strafe verdankt er dem Grundsatz «in dubio pro reo».

Das Symbol der Gerechtigkeit: Die römische Göttin Justitia.

Quelle: dpa

Chemnitz. Eineinhalb Jahrzehnte Gefängnis statt lebenslang: Rund zwei Jahre nach den tödlichen Schüssen auf seine Ehefrau ist ein 55-Jähriger zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Der Prozess war am Landgericht Chemnitz neu aufgerollt werden, nachdem der Bundesgerichtshof ein erstes Urteil Chemnitzer Richter wegen «rechtlicher Bedenken» aufgehoben hatte. Der Mann war im Februar 2015 wegen besonders schweren Totschlags zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Nun verhängten die Richter eine mildere Strafe - wegen Totschlags.

Das Familiendrama hatte sich zu Pfingsten 2014 ereignet: Die Ehefrau hatte sich kurz zuvor von ihrem 14 Jahre älteren Mann getrennt, war mit der damals vierjährigen Tochter wieder zu ihren Eltern nach Rossau (Landkreis Mittelsachsen) gezogen. Dort tauchte ihr Ehemann plötzlich auf, schoss zunächst seiner Schwiegermutter ins Bein und dann seiner Frau in den Rücken. Die 39-Jährige starb vor den Augen der Eltern.

Der 55-Jährige hatte vor Gericht geschwiegen. Was genau in ihm vorgegangen sei, habe die Strafkammer nicht klären können, sagte der Vorsitzende Richter Kay-Uwe Sander am Freitag bei der Urteilsverkündung. «Im Zweifel für den Angeklagten, so steht es in unserer Rechtsordnung.» Dabei habe sich der Angeklagte die schlimmste Strafe selbst ausgesprochen: «Sie haben trotzdem lebenslang, denn Sie werden immer damit leben müssen, dass Sie Ihrer Tochter die Mutter genommen haben», so der Richter.

Auch die beiden Schüsse auf seine Schwiegermutter sind nach Ansicht des Gerichts als gefährliche Körperverletzung und nicht als versuchter Totschlag zu werten - dafür hatte der Staatsanwalt plädiert. Die Umstände der Tat ließen allerdings nur eine Verurteilung zur gesetzlich zulässigen Höchststrafe zu.

Damit hat der Mann aus Hessen nach acht Jahren zwar theoretisch die Chance auf Entlassung, praktisch sei jedoch mit der vollen Verbüßung zu rechnen, so die Einschätzung des Staatsanwalts. Zu einer Revision tendiere er im Interesse der Angehörigen «eher nicht».

Die Tochter lebt heute nach Auskunft des Rechtsanwalts der Familie bei Verwandten außerhalb Sachsens. Auch die Eltern der Getöteten haben demnach Rossau den Rücken gekehrt.

LVZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Hier finden Sie Infos und Fotos vom Leipziger Opernball 2017 unter dem Motto „Moskauer Nächte“ mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr