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Polizeiticker Tote Babys im Tiefkühlschrank - Prozess gegen Ex-Partner
Region Polizeiticker Tote Babys im Tiefkühlschrank - Prozess gegen Ex-Partner
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10:29 22.01.2019
Der Mann muss sich vor dem Landgericht in Halle verantworten. Quelle: dpa
Halle

Rund eine Jahr nach dem Fund von zwei toten Babys in einem Tiefkühlschrank beginnt am Dienstag in Halle der Prozess gegen den Ex-Partner der Mutter. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 55-Jährigen Störung der Totenruhe und sexuelle Nötigung vor. Der Mann soll bereits im April 2017 in der Wohnung seiner Lebensgefährtin in Benndorf (Landkreis Mansfeld-Südharz) im Kühlschrank eine Tüte mit einer Babyleiche entdeckt haben. Den grausigen Fund habe er nicht bei der Polizei gemeldet. Stattdessen soll er die Frau mit seinem Wissen zu sexuellen Handlungen genötigt haben.

Leiche gefunden und nichts unternommen

Das Baby sei nicht bestattet worden, daher laute die Anklage auch auf Störung der Totenruhe. Der 55-Jährige hat nach Angaben eines Gerichtssprechers bei den Ermittlungen vor Prozessbeginn eingeräumt, eine Babyleiche gefunden und nichts weiter unternommen zu haben. Von dem zweiten toten Baby ist in der Anklage gegen den Mann indes bisher keine Rede. Das Landgericht Halle hat bisher insgesamt zwei Verhandlungstage gegen den Mann anberaumt.

Anfang 2018 hatte die Polizei nach einem Hinweis des Mannes zunächst ein totes Baby und dann die zweite Leiche in der Wohnung seiner früheren Lebensgefährtin im Tiefkühlschrank entdeckt. Das Landgericht Halle verurteilte die Mutter im April 2018 wegen zweifachen Totschlags zu neuneinhalb Jahren Haft.

Frau rechtskräftig verurteilt

Gegen das Urteil legte die Frau zunächst erfolgreich Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) ein. Die Karlsruher Richter entschieden, der Fall müsse neu verhandelt werden. Eine andere Strafkammer des Landgerichts Halle kam jedoch zu keinem anderen Ergebnis als die Kollegen. Im Dezember 2018 wurde die Frau rechtskräftig verurteilt.

Die 48-jährige Deutsche hatte schon im ersten Prozess gestanden, ihre Babys nach verheimlichen Schwangerschaften und Geburten 2004 und 2008 getötet zu haben. Die Neugeborenen steckte sie jeweils in Plastiktüten und dann in den Tiefkühlschrank. Laut Obduktion sind die Kinder erstickt. Das Mädchen und der Junge seien gesund zur Welt gekommen, hieß es.

Von Petra Buch