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Toter bei Brand in Asylbewerberheim - Polizei schließt Verbrechen aus

Ermittlungen Toter bei Brand in Asylbewerberheim - Polizei schließt Verbrechen aus

In Saalfeld ist ein junger Mann aus Eritrea bei einem Feuer im Asylbewerberheim ums Leben gekommen. Offensichtlich kam er mit der Situation nicht zurecht. Unterdessen sucht das Land weiter nach Wohnungen für Flüchtlinge. Doch das gestaltet sich schwierig.

Nach einem Brand in einem Asylbewerberheim in Saalfeld ist ein toter Mann gefunden worden.
 

Quelle: dpa

Saalfeld/Erfurt.  In Thüringen hat es binnen weniger Tage zum dritten Mal in einer Unterkunft für Flüchtlinge gebrannt. Bei dem Feuer in dem Asylbewerberheim in Saalfeld kam ein 29 Jahre alter Mann aus Eritrea ums Leben. Die Polizei schließt ein Verbrechen aus. Der Mann starb an einer Rauchvergiftung, wie die Behörde am Dienstag nach einer ersten rechtsmedizinischen Untersuchung mitteilte. „Es gibt keine Spuren einer äußeren Gewalteinwirkung am Leichnam“, erklärte Sprecherin Heidi Sonnenschmidt. Die Ermittler gehen davon aus, dass er sich das Leben nahm.

Ermittler vor Ort

Ermittler vor Ort.

Quelle: dpa

Bei zwei anderen Brandfällen steht die genaue Ursache noch aus. Das Zimmer im Saalfelder Stadtteil Beulwitz sei beim Ausbruch des Feuers am Montagabend verriegelt gewesen, schilderte Sonnenschmidt. Die Flammen seien mit einer zunächst unbekannten Flüssigkeit entfacht worden. Migrationsminister Dieter Lauinger (Grüne) sprach davon, dass sich der Mann mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen haben soll. Außerdem seien Streichhölzer gefunden worden. Bei Löscharbeiten war in einem Zimmer in der ersten Etage die Leiche des Mannes gefunden worden. Ein Notarzt konnte ihn nicht mehr retten. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei dem Mann um den 29-jährigen Eritreer handelt, der dort gewohnt hat. Letzte Gewissheit zur Identität des Toten sollen weitere Untersuchungen bringen. „Es gibt bislang keinen Hinweis, dass es Einwirkungen von außen gegeben hat“, berichtete Minister Lauinger in Erfurt. Bewohner und Betreuer hätten durch ihr schnelles Eingreifen ein Ausbreiten des Brandes verhindert, erklärte Landrat Marko Wolfram (SPD).

Erst am Wochenende hatte es in Thüringen in zwei Unterkünften für Flüchtlinge gebrannt. Bei dem Feuer in einer Turnhalle in Friemar (Kreis Gotha) gehen die Ermittler dem Verdacht der Brandstiftung nach. 11 Flüchtlinge konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Turnhalle in Friemar soll bereits in dieser Woche wieder als Notquartier genutzt werden. Ab Donnerstag könnten die ersten Flüchtlinge einziehen, sagte eine Sprecherin des Landkreises. 

Unklar war der Hintergrund eines Feuers in Bischhagen im Eichsfeld. Dort sollten erst Flüchtlinge einziehen. Das Fachwerkhaus ist derzeit nicht bewohnbar. Der Schaden wird auf 100 000 Euro geschätzt. Land und Kommunen sind dringend auf freie Wohnräume für Flüchtlinge angewiesen. Im September hatten mit rund 6000 Menschen so viele Flüchtlinge das Land erreicht wie im gesamten vergangenen Jahr. Nach Angaben des Migrationsministers werden in den nächsten Monaten weitere Plätze in der Erstaufnahme entstehen. Die Zahl soll von 7000 auf etwa 10 000 steigen.

Bereits Ende dieser Woche sollen in Gera die ersten Flüchtlinge in das ehemalige Wismut-Krankenhaus untergebracht werden, kündigte Lauinger an. Die Bundeswehr habe zunächst 272 Betten aufgestellt. Das Gebäude solle nun „Stockwerk für Stockwerk“ belegt werden. Es ist für bis zu 2000 Menschen ausgelegt. Es wäre damit die größte Aufnahmestelle in Thüringen. Darüber hinaus laufen Gespräche mit einem Unternehmen zum Kauf von zwei Bürogebäuden in Nordhausen. Dort könnten mehrere Hundert Flüchtlinge einziehen.

Angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingen stellt das Land den Kommunen zusätzliche Hilfe in Aussicht. Geplant ist nach Angaben Lauingers, dass den Kreisen und Städten die Kosten für den Wachdienst für Objekte mit mehr als 50 Menschen abgenommen werden soll. Bislang lag die Untergrenze bei 100. Zudem sollen Kommunen künftig auch für die dezentrale Unterbringung Geld erhalten - pro Flüchtling wären dies 1000 Euro. Außerdem soll die Pauschale für die Sozialbetreuung der Flüchtlinge von derzeit 31 auf 46 Euro zu Jahresbeginn steigen.

Von LVZ

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