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Tragödie unweit vom Spielplatz - lockten Eisschollen die Kinder ins Wasser?

Tragödie unweit vom Spielplatz - lockten Eisschollen die Kinder ins Wasser?

Weißenfels. Der kleine Spielplatz mit der Schildkröte zum Klettern und dem Sandkasten unweit der Weißenfelser Innenstadt ist am Sonntag verwaist. Dort spielen eine Fünfjährige und ihr ein Jahr älterer Bruder am Tag zuvor wohl zuletzt, bevor sie keine 300 Meter entfernt von ihrem Wohnhaus verschwinden.

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Tragödie in Weißenfels: Ein fünfjähriges Mädchen wurde tot in der Saale gefunden, ihr Bruder ist noch vermisst.

Quelle: dpa

Vermutlich locken die bizarren Eisschollen am Ufer der nahen Saale. Die Mutter ist derweil in ihrem Haus in Sichtweite, bemerkt das Verschwinden der beiden aber zu spät. Stunden darauf wird das kleine Mädchen tot in dem vier Grad kalten Fluss entdeckt. Von ihrem Bruder fehlt zunächst jede Spur. Hinweise auf ein Verbrechen hat die Polizei nicht.

Die Ermittler versuchen in akribischer Arbeit herauszufinden, wo genau die Kinder entlanggelaufen sind. Das Duo ist nach bisherigen Erkenntnissen allein als es beschließt, am großen Fluss umherzustromern. Das finden die Experten anhand der Fährte heraus, die ein Spezialhund über Geruchsproben der Kinder aufgenommen hat.

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Weißenfels. Der kleine Spielplatz mit der Schildkröte zum Klettern und dem Sandkasten unweit der Weißenfelser Innenstadt ist am Sonntag verwaist. Dort spielen eine Fünfjährige und ihr ein Jahr älterer Bruder am Tag zuvor wohl zuletzt, bevor sie keine 300 Meter entfernt von ihrem Wohnhaus verschwinden. Vermutlich locken die bizarren Eisschollen am Ufer der nahen Saale.

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„Feuer und Wasser, das zieht Kinder magisch an“, sagt Polizeisprecher Jörg Bethmann. Stundenlang sind etwa 135 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, DRK und Polizei im Einsatz, nehmen praktisch jeden Strauch unter die Lupe. Sie suchen mit Tauchern den stellenweise etwa 50 Meter breiten Fluss ab, auch unter den bis zu 20 Zentimeter starken Eisschollen. Feuerwehrleute mit Schwimmwesten lassen an dem glitschigen Hang ein Schlauchboot ins Wasser. Gartenlauben werden durchkämmt - vielleicht hat sich der Junge aus Angst auch nur versteckt.

Eine junge Hundeführerin aus Thüringen wird mit ihren Kollegen nach Sachsen-Anhalt gerufen. Sie hat ihren Fährtenhund an der Leine, als sie sagt: „Man fühlt mit der Mutter mit.“ Der Blick der zierlichen Frau geht in Richtung des Wohnhauses, in dem das Geschwisterpaar lebte.

Dort kümmern sich Notärzte und Psychologen um die 43 Jahre alte Mutter von insgesamt fünf Kindern, die mit ihnen allein in dem grauen Gebäude nahe des Weißenfelser Schlosses wohnt. Die Familie lebt getrennt vom Vater, der aber ebenfalls in der Kleinstadt im Süden Sachsen-Anhalts geblieben ist.

Die Verzweiflung der Mutter mag sich kaum einer vorstellen, als sie die Fünfjährige und den Sechsjährigen am Samstagnachmittag nicht auf dem Spielplatz antrifft. In ihrer Sorge sucht sie die Umgebung ab, auch am Fluss ist die Frau unterwegs. Sie findet die Kinder nicht, alarmiert kurz darauf die Polizei.

Ein kreisender Hubschrauber lockt neugierige Bürger an, die die Suchaktion verfolgen. „Man hat ja als Eltern immer noch die Hoffnung, dass sie den Kleinen lebend finden“, sagt der zweifache Vater Christian Kaatzsch. „Jahrelang ist es gut gegangen, aber hier ist ja auch nichts weiter abgesperrt“, ergänzt seine Frau Sandra und presst ihren dreijährigen Sohn fest an sich. „Wenn sie im Eis eingebrochen sind, dann haben sie keine Chance“, glaubt ein Rentner.

„Wir hoffen immer noch, dass ihr Bruder sich hier irgendwo versteckt hält, dass er vielleicht aus Angst, weil seine Schwester ins Wasser gefallen oder im Eis eingebrochen ist, weggelaufen ist“, sagt Bethmann. Die Wahrscheinlichkeit, ihn lebend zu finden, sinkt stündlich.

Petra Buch und Angelika Röpcke, dpa

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