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Polizeiticker Übergriff auf KZ-Gedenkstätte: Diebe walzen mit Planierraupe durch Tor und zerstören Zaun
Region Polizeiticker Übergriff auf KZ-Gedenkstätte: Diebe walzen mit Planierraupe durch Tor und zerstören Zaun
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11:51 09.12.2014
Mit dieser Planierraupe haben unbekannte Täter erst den Zaun der KZ Gedenkstätte niedergefahren, danach zündeten sie das Fahrzeug an. Quelle: Polizei Magdeburg
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Langenstein

Die Täter walzten in der Nacht zu Dienstag außerdem rund 500  Meter eines angrenzenden Zaunes um, wie die Polizei in Magdeburg.

Bei der Anlage handelt es sich um das Gelände eines früheren Bergwerkstollens. Dort mussten Häftlinge im Zweiten Weltkrieg Zwangsarbeit leisten. „Die davor zur Erinnerung aufgestellten Gedenktafeln und eine Lore wurden aber nicht beschädigt“, sagte Kai Langer, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, auf Anfrage von LVZ-Online. Mit einer Bewertung des Vorfalls will er sich noch zurückhalten und die Ermittlungen der Polizei abwarten. Die KZ-Gedenkstätte erinnert in Langenstein-Zwieberge an das frühere Außenkommando des Konzentrationslagers Buchenwald, das die Nationalsozialisten seit April 1944 errichtet hatten.

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Die unbekannten Täter hatten die Planierraupe an einer nahen Baustelle zwischen Halberstadt und Langenstein gestohlen. Nach ihrer Zerstörungstour fuhren sie den Beamten zufolge auf ein nahes Feld und zündeten das Fahrzeug an. Es brannte vollständig aus. Der Schaden wird auf 50.000 Euro geschätzt. In der vergangenen Woche hatten Unbekannte auf der Baustelle schon einmal Schaden angerichtet. Da zündeten sie den Ermittlern zufolge eine Grabenfräse an. Der Staatsschutz hat nun den Fall übernommen. Eine politische Motivation könne nicht ausgeschlossen werden.

Stiftungsdirektor Langer verwies darauf, dass in Sachsen-Anhalt wiederholt Gedenkstätten das Ziel von Vandalismus geworden sind. Auch bundesweit sorgten mehrere Vorfälle für Aufsehen. Der spektakulärste Fall ereignete sich Anfang November. Unbekannte Diebe stahlen in Dachau das Tor mit der Aufschrift "Arbeit macht frei". Das Landeskriminalamt in Bayern setzte für sachdienliche Hinweise eine Belohnung von 3000 Euro aus. Den Ermittlern lägen zwar inzwischen erste Spuren vor. Die Täter hätten sie aber noch nicht ergriffen, hieß es.

Matthias Roth

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