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Polizeiticker Starke Gewitter über Leipzig – Menschen bleiben in Aufzug stecken
Region Polizeiticker Starke Gewitter über Leipzig – Menschen bleiben in Aufzug stecken
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08:31 23.06.2017
Beschädigte Autos, umgestürzte Bäume: Ein Unwetter zog am Donnerstag über Leipzig hinweg. Quelle: privat
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Leipzig

Starke Gewitter sind am Donnerstag über die Messestadt gezogen. Die Leipziger Feuerwehr musste im Stadtgebiet zu mehreren Einsätzen ausrücken, wie ein Beamter in der Rettungsleitstelle sagte. Im Stadtteil Plaußig-Portitz krachte ein Motorradfahrer gegen einen umgestürzten Baum. Der Mann kam schwer verletzt ins Krankenhaus.

In der Antonienstraße befreiten Rettungskräfte mehrere Menschen, die in einem Fahrstuhl stecken geblieben waren. Es sei möglich, dass der Defekt durch einen Blitzeinschlag ausgelöst wurde, so ein Sprecher der Feuerwehr. Eintreffende Beamte hatten Rauch in einem Verteilerkasten festgestellt. Die Menschen konnten aber schnell befreit werden, hieß es.

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Ein Unwetter ist am Donnerstag über die Messestadt gezogen. Die Leipziger Feuerwehr musste im Stadtgebiet zu mehreren Einsätzen ausrücken. (Fotos: privat)

Auch auf den Flugbetrieb am Airport Leipzig/Halle wirkte sich das Wetter aus: Ein Flugzeug aus Wien konnte nicht wie geplant gegen 18.45 Uhr landen und wurde umgeleitet. Wie Flughafensprecher Uwe Schuhart gegenüber LVZ.de sagte, müssten Piloten bei solchen Witterungsbedingungen entscheiden, ob Starts und Landungen möglich seien. Dabei gehe es um die Sicherheit der Passagiere. Andere Maschinen aus München und Düsseldorf wurden am Abend mit Verspätungen in Schkeuditz erwartet.

Etwa 30 Einsätze in Nordsachsen

In Nordsachsen hielt das Gewitter die Kameraden in Atem. Etwa 30 Mal wurden die Einsatzkräfte gerufen. "Hauptsächlich handelte es sich dabei um umgestürzte Bäume und herunterhängende Äste", so ein Feuerwehrsprecher. "Vereinzelt wurden auch Stromleitungen beschädigt."

Bereits am Nachmittag war in der Leipziger Rosentalgasse ein Baum auf ein Auto gestürtzt. Das herabfallende Holz beschädigte den abgestellten Wagen stark. Auffallend hohe Windgeschwindigkeiten hatte es laut Jens Oehmichen vom DWD am Nachmittag aber noch nicht gegeben. „So etwas kann auch passieren, wenn der Wind zwischen den Häusern hindurchfegt oder die Bäume schon morsch sind.“

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am Nachmittag vor starken Gewittern und vereinzelten Blitzeinschlägen gewarnt. Um ein Unwetter handelte es sich aber ersten Erkenntnissen zufolge nicht, wie Oehmichen am Abend gegenüber LVZ.de sagte. Etwa 16 Liter Regen pro Quadratmeter seien im Bereich Schkeuditz gefallen, auf etwa neun Liter Niederschläge brachte es die Messstation in Leipzig-Holzhausen. Auch die Windgeschwindigkeiten von bis zu 65 Kilometern pro Stunde hielten sich in Grenzen. In der Nacht könnte es weiterhin grummeln, so der Meteorologe.

With Full Force unterbrochen

Laut DWD zog das Unwetter von Sachsen-Anhalt aus in Richtung Osten auf Leipzig zu. Vor allem im Norden des Nachbarbundeslandes waren Rettungskräfte zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. Bäume seien umgestürzt und Keller vollgelaufen, sagte ein Polizeisprecher in Magdeburg. Auf der B71 in der Börde kippte ein Lastwagen um. Im Altmarkkreis Salzwedel blockierten Bäume mehrere Straßen. Von Verletzen sei zunächst nichts bekannt, sagte der Sprecher.

Auch das größte Metal-Festival Ostdeutschlands bekam das Unwetter zu spüren. Aus Sicherheitsgründen musste das With Full Force in Ferropolis ab etwa 15 Uhr unterbrochen werden. Das Festivalgelände wurde evakuiert. Erbsengroße Hagelkörner, Starkregen und ein Tornado fegten über das Gebiet. Vor allem auf der Hauptbühne hatten die Veranstalter mit großen Schwierigkeiten bei der Stromversorgung zu kämpfen, wie Augenzeugen berichteten. Am Abend konnte das Metal-Festival nach einer etwa fünfstündigen Unterbrechung kurzzeitig fortgesetzt werden. Gegen 23 Uhr sagten die Veranstalter jedoch wegen neuer Warnungen alle übrigen für den Abend geplanten Auftritte ab.

jhz/the

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