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Urteile im Prozess um Mord an Obdachlosem in Oschatz - Kritik von Opferverband

Urteile im Prozess um Mord an Obdachlosem in Oschatz - Kritik von Opferverband

Für einen tödlichen Gewaltexzess gegen einen Obdachlosen in Oschatz (Nordsachsen) sind sechs Männer zu Haft- und Bewährungsstrafen verurteilt worden. Die beiden 27 und 28 Jahre alten Anstifter müssen wegen Totschlags zehn und 13 Jahre ins Gefängnis, entschied das Landgericht Leipzig am Freitag.

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Einer der Angeklagten im Mordprozess um den getöteten Obdachlosen in Oschatz.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Drei Jugendliche, die zum Tatzeitpunkt im Mai 2011 zwischen 16 und 18 Jahre alt waren, wurden zu Jugendstrafen von bis zu drei Jahren verurteilt. Ein 38-Jähriger, der den Gewaltausbruch beobachtet hatte und nicht eingeschritten war, werde wegen unterlassener Hilfeleistung zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.

Die Männer hatten in dem mehr als ein Jahr dauernden Prozess mehr oder weniger offen eingeräumt, den schlafenden Obdachlosen in einem Wartehäuschen zusammengetreten zu haben. Der Schädel des wehrlosen 50-Jährigen wurde regelrecht zertrümmert, er starb Tage später im Krankenhaus. Einer der beiden Haupttäter, der 28-Jährige, hatte seine Beteiligung an den massiven Tritten bestritten.

Opferverband spricht von mangelnder Sensibilität

Kritik an dem Verfahren übte die Beratungsstelle für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt des RAA Sachsen. Demnach wurden "Motiv und Hintergründe der Tat in der Hauptverhandlung nicht vollständig geklärt", hieß es in einer Stellungnahme kurz nach den Urteilssprüchen. "Obwohl es Hinweise gab, dass mindestens zwei der Angeklagten mit der rechten Szene sympathisieren und das Opfer aufgrund sozialdarwinistischer Einstellungen sterben musste, lehnte die Kammer den Antrag der Nebenklagevertreterinnen auf Überprüfung dieser Sachverhalte ab."

"Dies ist nicht nachvollziehbar. Angesicht dessen, dass die rassistischen Tatmotive in den durch den NSU begangenen Morden jahrelang nicht gesehen wurden, wäre es angebracht gewesen, entsprechenden Hinweisen in diesem Fall mit angemessener Sensibilität zu begegnen", kommentierte Anastasia Krotova von der Beratungsstelle.

Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

dpa

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