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Verdächtiger Brief mit weißem Pulver: Bürogebäude in Schkeuditz evakuiert

Verdächtiger Brief mit weißem Pulver: Bürogebäude in Schkeuditz evakuiert

Schkeuditz. Aufregung am Schkeuditzer Roßberg: Am Freitagnachmittag gegen 13 Uhr wurde in einem Bürogebäude ein Brief mit verdächtiger Substanz gefunden.

Dabei soll es sich nach ersten Erkenntnissen um ein weißes Pulver handeln. „Das Haus wurde evakuiert“, sagte Hauptkommissar Peter Müller von der Polizeidirektion Westsachen. Feuerwehr und Polizei waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Helfer bauten ein Rettungszelt auf.

Betroffen waren nach Angaben von Mario Luda, der den Polizeieinsatz vor Ort leitete, 500 bis 600 Personen. Zuvor war von 700 die Rede gewesen. Angaben zu der Zahl der mit der Substanz in Kontakt gekommenen Personen machte er nicht.

Spezialisten untersuchen nun das Schreiben. Nach Angaben eines Polizeibeamten werde der Brief nach Leipzig-Wiederitzsch gebracht. Es könne bis zu 72 Stunden dauern, bis klar ist, ob von der Substanz eine Gefahr ausgeht. „Wir wissen nicht, was es ist", so der Sprecher des Landkreises Nordsachsen, Rayk Bergner. "Aber die Abläufe sind so gestaltet worden, als ob es die gefährlichste Variante ist.“ Das heißt: Milzbrand.

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Schkeuditz. Aufregung am Schkeuditzer Roßberg: Am Freitagnachmittag wurde in einem Bürogebäude ein Brief mit verdächtiger Substanz gefunden. Dabei soll es sich nach ersten Erkenntnissen um ein weißes Pulver handeln. „Das Haus wurde evakuiert“, sagte Hauptkommissar Peter Müller von der Polizeidirektion Westsachen. Feuerwehr und Polizei waren mit einem Großaufgebot vor Ort.

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Die Mitarbeiter seien informiert worden, dass die Inkubationszeit für die Krankheit drei bis zehn Tage beträgt, sagte Bergner. Zudem habe sie die Amtsärztin aufgeklärt, was sie zu tun haben, sollten sich am Wochenende Symptome - etwa hohes Fieber - einstellen. Bislang habe aber niemand Beschwerden. „Es gibt keinerlei Verletzte. Es gibt keinen, der sich unwohl fühlt“, sagte Bergner.

Der verdächtige Brief sei gegen Mittag im Postzentrum von einer automatischen Brieföffnermaschine geöffnet worden. Weißes Pulver rieselte heraus. Zudem enthielt der Brief ein Schreiben, das den Verdacht zulasse, es handele sich um einen gefährlichen Inhalt, berichtete der Landkreis-Sprecher. 36 Mitarbeiter hielten sich zu dem Zeitpunkt in der Poststelle auf.

Nachdem viele der Büroangestellten nach der Evakuierung zunächst mehr als eine Stunde vor dem Gebäude auf der Straße ausgeharrt hatten, wurden sie später von der Polizei in ein Gebäude in der Nähe gebracht. Da die meisten Mitarbeiter ihre persönlichen Sachen an den Schreibtischen zurückgelassen oder aber ihr Auto in der Tiefgarage des Gebäudes geparkt hatten, blieb ihnen nichts anderes übrig, als abzuwarten.

In das Gebäude durften nur Spezialisten, ausgerüstet mit Schutzanzügen und Gasmasken. Sie verließen den Bau zwischendurch mehrfach mit gefüllten Müllsäcken. Am frühen Abend war der Einsatz zumindest für das Spezial-Team und die Feuerwehr beendet. Die Polizei werde aber noch über das gesamte Wochenende vor Ort sein, hieß es am Freitagabend aus dem Lagezentrum.

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Die Auszubildende Sara Rölke nach der Evakuierung in Schkeuditz

Quelle: Dirk Knofe

Eine der Wartenden war Sara Rölke. Die Auszubildende hielt sich zusammen mit neun anderen künftigen Bankkauffrauen und -männern zu einem eintägigen Seminar in dem Gebäude auf, als der Alarm auslöste. „Ich dachte zuerst an einen Probelauf, Angst hatte ich nicht“, sagte die junge Frau. Da sie nicht an ihr Auto herankam, hatte sie bereits ihre Eltern informiert, die sie im Notfall abholen wollten. Sie kommt wie die anderen Seminarteilnehmer aus der Region Dresden.

Auch einer Mitarbeiterin der Firma Keba, einer Deutsche Bank-Tochter, blieb der pünktliche Feierabend verwehrt. „Eigentlich ist schon seit 14.30 Uhr Schluss“, sagte sie gegen 15.30 Uhr. Zwar hatte sie bei der Evakuierung noch schnell Tasche und Jacke greifen können, doch nach Hause dürfe sie noch nicht.

Nicole Christoph von der Firma EBV Elektronik versuchte unterdessen, ihren Freund zu erreichen, damit er sie nach Hause bringt. Auch ihr Fahrzeug steht in der Tiefgarage. „Da werde ich heute wohl nicht mehr rankommen“, befürchtete die 24-Jährige.

Zwei Mitarbeiter der HSG Zander, die den Facility-Service in dem Bankgebäude erledigen, beobachteten das Geschehen von Polizei und Feuerwehr mit etwas Abstand. „Wir sind die letzten, die heute hier nach Hause gehen. Das ist unsere Pflicht“, sagte einer der beiden.

Die Hintergründe des mutmaßlichen Anschlags sind noch unklar, könnten aber möglicherweise mit dem Tarifstreit bei der Deutsche Bank-Tochter Keba zu tun haben. Die Gesellschaft für interne Services hat in dem Gebäude ihren Sitz. Am Donnerstag hatten rund 220 Mitarbeiter in der Mittagspause mit lautem Protest die Tarifkommission unterstützt.

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Polizei Großeinsatz der Polizei in Schkeuditz.

Quelle: Olaf Barth

Evelyn Koch, Sprecherin der Deutschen Bank, verwies auf die Polizei. "Ein Zusammenhang mit den Tarifverhandlungen sind reine Spekulation", sagte Einsatzleiter Mario Luda.

Die Schkeuditzer Keba ist das einzige in Ostdeutschland angesiedelte Tochterunternehmen der Deutschen Bank. "In allen anderen gilt die unlängst ausgehandelte Lohnsteigerung von 2,9 Prozent, nur hier nicht", sagte Verdi-Vertreter Stefan Wittmann.

"Wir verlangen aber ein ordentliches, verbindliches Mindesteinkommen für die hier geleistete Arbeit. Dabei handelt es sich schließlich um qualifizierte Banktätigkeit, meist im Zahlungsverkehr", begründete der 43-Jährige den Protest am Donnerstag.

Robert Berlin/Matthias Roth/Olaf Barth/dpa

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