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Polizeiticker Verdächtiger im Mordfall Jasmin befindet sich „in sehr schlechtem Zustand“
Region Polizeiticker Verdächtiger im Mordfall Jasmin befindet sich „in sehr schlechtem Zustand“
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15:50 18.09.2014
Sebastian S. wurde am Pfingstmontag dem Ermittlungsrichter vorgeführt und sitzt seitdem hinter Gittern. Quelle: Volkmar Heinz
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Leipzig

Für ihn laufe alles auf eine Strafmaßverteidigung hinaus. Bei dieser Strategie konzentrieren sich Verteidiger häufig auf strafmildernde Aspekte.

Das Tötungsverbrechen an der 19 Jahre alten Frau hat ihr 23-jähriger Peiniger bereits bei einer Vernehmung bei der Polizei zugegeben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm in ihrer Anklageschrift zusätzlich eine Vergewaltigung vor. Dazu habe sich sein Mandant noch nicht geäußert, so Wittner. Er wolle sich mit ihm in der nächsten Woche über weitere Schritte beraten. „Möglicherweise lässt er sich im Prozess zu diesem Vorwurf ein“, so Wittner.

Der Rechtsanwalt selbst benutzt das Wort Vergewaltigung nicht, sondern spricht stets von einer Nebentat. Seinen Worten zufolge weicht die Anklage in Einzelheiten von den Aussagen der Angeschuldigten in der Vernehmung ab. Ob sich Sebastian S. an seinem Opfer vergangenen hat, bevor er es umbrachte, ist in dem Verfahren deshalb von Bedeutung, weil sich daraus ein Mordmerkmal ableiten ließe – das der Verdeckung einer Straftat.

Zu seinem Motiv hat sich der 23-Jährige nach wie vor nicht schlüssig geäußert. „Er hat bis heute keine brauchbare Erklärung geliefert“, sagte Wittner. Der mutmaßliche Mörder sitzt seit 10. Juni in Leipziger Untersuchungshaft. „Er ist psychisch stark angegriffen, befindet sich in einem sehr schlechten Zustand“, meinte der Rechtsanwalt.

In den vergangenen Monaten ließ sich S. vom Berliner Psychiater Hans-Ludwig Kröber begutachten. Der Experte hat in der Vergangenheit immer wieder bei aufsehenerregenden Fällen in Leipzig seine Einschätzungen abgegeben. So war Kröber in den Prozessen um die getöteten Mitja und Corinna und dem Stückelmord vom Elsterflutbett mit seiner Meinung gefragt. Seine Ausführung zu S. lägen aber noch nicht vor.

Matthias Roth

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