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Polizeiticker Polizei sucht weiter mit Tauchern und Hund nach Vermisstem aus Leisnig
Region Polizeiticker Polizei sucht weiter mit Tauchern und Hund nach Vermisstem aus Leisnig
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13:51 10.01.2019
Seit dem 1. Januar wird Christian Morgenstern vermisst. Quelle: Rydzik, Andrzej (Polizei, PD Chemnitz)
Leisnig

Die Tage dehnen sich ins Endlose – für jene, die in Ungewissheit leben. So geht es derzeit der Familie Morgenstern aus Leisnig. Noch immer findet sich keine Spur von dem 20-jährigen Christian Morgenstern, der seit dem Neujahrstag vermisst wird. Noch immer lässt die Polizei die Mulde absuchen in der Nähe der Fußgängerbrücke von Fischendorf, wo am Neujahrstag unter anderem Kleidung des jungen Mannes gefunden wurde. Es stellt sich die Frage: Wie lange wird die Suche an beziehungsweise im selben Bereich der Mulde noch andauern? Zudem: Wann zieht die Polizei in Betracht, dass das Verschwinden von Christian Morgenstern im Zusammenhang stehen könnte mit einer Straftat?

„Die Taucher suchen nicht immer wieder an der gleichen Stelle, sondern sie suchen systematisch mit Hilfe eines Sonargerätes den gesamten Bereich des Flusses ab“, erläutert Jana Ulbricht, Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz. Diese Suche erstreckt sich zwischen Brücke und Wehr beziehungsweise Fischtreppe bis hinein in kleinere Strukturen. Deshalb nehme dieses akribische Abscannen des Flussbereiches viel Zeit in Anspruch. Am Donnerstag kommen dafür erneut Taucher zum Einsatz. Nach den Worten von Jana Ulbricht werde zudem in Erwägung gezogen, erneut einen Personenspürhund einzusetzen.

Polizei-Einsatz an und in der Mulde bei Leisnig: Am Neujahrstag verschwand ein 20-Jähriger nach einer Silvesterfeier.

Einen konkreten Anhaltspunkt, der auf eine Straftat schließen lassen würde, sieht die Polizei gegenwärtig nicht. Gleichermaßen werde diese Möglichkeit nicht ausgeschlossen, so Jana Ulbricht weiter. Die Ermittlungen werden geführt wie in einem Vermisstenfall. Das schließt im Allgemeinen die Handy-Ortung ein sowie Konten-Bewegungen von Geldkarten. Im konkreten Fall habe eine Handy-Ortung bereits stattgefunden, jedoch nichts ergeben, da das Gerät ausgeschaltet war. Eine Ortung zeige auch nur, bei welchem Umsetzer das Handy zuletzt in das Funknetz eingeloggt war, so die Polizeisprecherin.

Mehr Aufschluss würde eine Funkzellenauswertung ermöglichen. Dabei werde von sämtlichen Mobiltelefonen einer Funkzelle sämtliche Kommunikationsdaten in einem bestimmten Zeitraum ausgewertet – also auch von allen unbeteiligten Personen und damit ein riesiges Datenpaket. Das allgemeine Gefahrenabwehrrecht deckt eine Funkzellenauswertung nicht ab.

Diese erfolge nur auf richterliche Anordnung. Dies wiederum könne nur die Staatsanwaltschaft veranlassen – im Zusammenhang mit einer Straftat. Dafür sieht die Polizei im konkreten Fall momentan keinen Anhaltspunkt, ermittelt weiter in einem Vermisstenfall, statt ihn an die Staatsanwaltschaft abzugeben. Dafür fehlen die Straftatsindizien - ein Teufelskreis.

Für die Familie Morgenstern ist die Situation kaum zu ertragen. So sieht Vater Dirk Morgenstern durchaus Indizien für eine Straftat. Wertsachen aus dem Besitz seines Sohnes, einschließlich Bargeld und Mobiltelefon seien verschwunden, während andere Dokumente nahe dem Fundort seiner Kleidung verstreut aufgefunden wurden.

Aus Sicht der Familie beginne der mögliche Tatort, sofern es eine Straftat gab, am Wohnhaus. „Seine Tasche hat unser Sohn nach der Silvesterfeier noch nach Hause gebracht und danach das Haus noch einmal verlassen. Ab dann muss ihm etwas zugestoßen sein“, vermutet der Vater. Die Familie hofft, dass ihr Sohn lebt. Vielleicht befindet er sich in einer hilflosen Situation, in der keine wertvolle Zeit verstreichen dürfe.

Mit der Polizei steht Dirk Morgenstern telefonisch sowie per Email regelmäßig in Verbindung. „Die Beamten, mit denen ich in Kontakt stehe, sind sehr mitfühlend und hilfsbereit. Und auch aus dem näheren und weiteren Umfeld erfahren wir viel Unterstützung.“

Für einen weiteren Einsatz eines Personensuchhundes wurden aus Christian Morgensterns Studentenwohnung Gegenstände geholt, um dem Hund frische DNA vorzulegen. Für die Suche aktivierte die Familie ein großes Netzwerk, unter anderem in Internet. „Die Anteilnahme an der Suche nach unserem Sohn ist sehr groß“, so Dirk Morgenstern, „wir hoffen, dass dies eines Tages Erfolg haben wird.“

Von Steffi Robak

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