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Polizeiticker Vierjähriger stirbt nach Unfall bei Erfurt - Reisebus stürzt auf A4 um
Region Polizeiticker Vierjähriger stirbt nach Unfall bei Erfurt - Reisebus stürzt auf A4 um
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11:19 31.10.2015
Die Unfallstelle des verunglückten Reisebusses nahe Erfurt. Quelle: dpa
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Erfurt

Bei einem schweren Reisebusunfall auf der Autobahn A4 bei Erfurt ist ein vierjähriger Junge ums Leben gekommen. Es gab mehrere Schwer- und Leichtverletzte, als am Freitagnachmittag ein Reisebus mit 59 Kindern und Jugendlichen umstürzte, wie die Polizei mitteilte. Die Kinder beziehungsweise Jugendlichen seien zwischen fünf und 17 Jahre alt und kämen alle aus Sachsen. Ob unter den Verletzten auch Betreuer sind, war zunächst unklar. Laut Polizei hatte der Bus einen Lastwagen überholt und war beim Einscheren auf die rechte Spur von der Fahrbahn abgekommen. Er fuhr eine Böschung hinauf und stürzte dann neben dem Standstreifen der Autobahn um.

Der Bus stammt laut Polizei aus Österreich und war in Richtung Dresden unterwegs. Die Feuerwehr sprach von zwei Kindern mit schwersten Verletzungen, sieben seien mittelschwer verletzt. In dem Bus seien auch fünf Erwachsene gewesen. Die Verletzten wurden den Angaben zufolge in Krankenhäuser in Erfurt, Jena und Weimar gebracht. Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) machte sich nach Darstellung seines Ministeriums auf den Weg zur Unfallstelle. Für einen MDR-Bericht, wonach in dem Bus unter anderem eine Schulklasse aus Annaberg-Buchholz war, gab es zunächst keine Bestätigung von Feuerwehr und Polizei. Auch woher der Bus genau kam, blieb zunächst offen. Die A4 (Eisenach-Dresden) wurde für die Bergungsarbeiten in Richtung Dresden gesperrt.

Auf der Suche nach der genauen Ursache für das schwere Busunglück bei Erfurt schaltete die Polizei am Abend einen Sachverständigen ein. Er habe noch am Freitag mit seiner Arbeit begonnen, um die Schäden an dem Reisebus sowie das Spurenbild an der Unfallstelle zu begutachten, sagte der Sprecher der Autobahnpolizei, Christian Cohn. Von Cohns Expertise erhoffen sich die Ermittler Hinweise, ob es einen technischen Defekt am Fahrzeug gab oder der Unfall auf einen Fahrfehler zurückzuführen ist. Dazu will die Polizei auch noch Zeugen vernehmen. Der aus Österreich stammende Busfahrer hat den Angaben nach vorerst die Aussage verweigert.

Am Abend richtete die Feuerwehr in Erfurt ein Nachtlager her. Es stünden Feldbetten bereit, damit die Kinder und Jugendlichen, deren Angehörige nicht zu erreichen sind oder sie am Freitag nicht mehr abholen können, übernachten können, sagte ein Sprecher der Erfurter Feuerwehr am Abend. In die Feuerwache waren Dutzende Insassen des verunglückten Reisebusses gebracht worden, die mit dem Schrecken davongekommen waren. Den Angaben nach wurden sie mit Essen und Getränken versorgt. Die 15 Schwerverletzten werden in Krankenhäusern behandelt. Von ihnen ist laut Polizei niemand in Lebensgefahr.

lvz

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