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Polizeiticker Weiteres Urteil nach Demo in Chemnitz - Geldstrafe für Hitlergruß
Region Polizeiticker Weiteres Urteil nach Demo in Chemnitz - Geldstrafe für Hitlergruß
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16:51 27.09.2018
Polizisten sichern einer Demonstration der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz am 21.9.2018. Im August kam es bei rechtsgerichteten Demos in Chemnitz zu Delikten, die jetzt in Eilverfahren verhandelt werden. Quelle: dpa
Chemnitz

Vier Wochen nach dem Beginn einer Serie von Demonstrationen rechter Gruppen in Chemnitz ist erneut ein Mann im Eilverfahren verurteilt worden, weil er den Hitlergruß gezeigt hat. Das Amtsgericht Chemnitz verhängte am Donnerstag gegen einen geständigen 24-Jährigen eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 35 Euro. Damit folgte die Kammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der gebürtige Bayer hatte vor Gericht zugegeben, bei der von der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz organisierten Demonstration am 27. August vor dem Karl-Marx-Monument den Hitlergruß gezeigt zu haben. Er wisse nicht, was ihn in dieser Situation dazu gebracht habe, das zu machen, sagte der 24-Jährige. Nach eigenen Angaben war er zum Tatzeitpunkt betrunken und habe sich wohl von anderen Teilnehmern mitreißen lassen. „Ich distanziere mich eher von rechten Gruppen“, sagte er.

Weitere Urteile

Der Prozess gegen den Chemnitzer war der vierte im beschleunigten Verfahren nach Demonstrationen rechter Gruppen in Chemnitz am 27. August und am 1. September. In vorangegangenen Verhandlungen waren bereits zwei Männer wegen des Zeigens des Hitlergrußes verurteilt worden. Gegen einen 34-jährigen Chemnitzer hatte das Amtsgericht eine Haftstrafe von fünf Monaten verhängt, gegen einen 33 Jahre alten Mann ebenfalls aus Chemnitz eine Bewährungsstrafe von acht Monaten sowie eine Geldstrafe von 2000 Euro.

Zudem war am Vortag ein 27-Jähriger aus dem thüringischen Zeulenroda zu einer Bewährungsstrafe von fünf Monaten verurteilt worden, weil er am 1. September im Anschluss an die Demonstration von AfD, Pegida und Pro Chemnitz zwei Bundespolizisten angegriffen hatte.

Tod eines 35-Jährigen

Auslöser für die Demonstrationen war der Tod eines 35-Jährigen in Chemnitz durch eine Messerattacke am 26. August. Tatverdächtig sind ein Iraker und ein Syrer. Ein weiterer Iraker war aus der Untersuchungshaft entlassen worden, weil gegen ihn kein dringender Tatverdacht mehr besteht.

Von LVZ