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Polizeiticker Wölfe an Grenze zu Sachsen erschossen und geköpft - LKA fahndet nach Täter
Region Polizeiticker Wölfe an Grenze zu Sachsen erschossen und geköpft - LKA fahndet nach Täter
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17:00 30.12.2014
Gähnender Wolf während einer kleinen Pause. Quelle: dpa
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Hirschfeld/Potsdam

Schließlich handele es sich bei dem Tier um eine geschützte Art. Die Fahnder arbeiten mit dem Landesumweltamt und dem sächsischen LKA-Kollegen zusammen, hieß es. Die getötete Wölfin war am Sonntag an der Landesgrenze zu Sachsen entdeckt worden. Bereits im August war ein Wolf bei Lieberose (Dahme-Spreewald) erschossen worden. Auch ihm trennten Unbekannte den Kopf ab. 

Die Behörden ermitteln wegen des Verstoßes gegen das Artenschutzgesetz. Laut Umweltministerium handelt es sich um eine Straftat, die mit bis zu 50 000 Euro geahndet werden kann. Ob es sich um einen Täter handelt, ist laut Polizei noch völlig unklar. Bislang gebe es neben der Ähnlichkeit der Fälle keine weiteren Hinweise auf einen Zusammenhang, sagte der Polizeisprecher. In beiden Fällen bitten die Ermittler um Hinweise aus der Bevölkerung. So sei es beispielsweise wichtig, wer sich an den Weihnachtstagen im Bereich Hirschfeld/Schraden aufgehalten hat. 

Aus Sicht des Naturschutzbundes wird die Aufklärung der Fälle kaum ohne entsprechende Hinweise möglich sein. Da den Tieren jeweils der Kopf abgetrennt wurde, sei zu vermuten, dass dieser irgendwo als Trophäe hänge, meinte Nabu-Projektleiter Markus Bathen.  

Der Nabu begrüßte, dass das LKA die Ermittlungen aufgenommen hat. „In vergleichbaren Fällen in Sachsen ist dies bereits zur Praxis geworden“, so Bathen. Waldeigentümer und Jagdpächter forderte er auf, klare Position zu beziehen: „Der Wolf gehört zur Natur. Die, die illegal gegen ihn vorgehen, müssen merken, dass ihre Haltung nicht toleriert wird.“ Nach Angaben der Organisation sind seit dem Jahr 2000 deutschlandweit 14 Wölfe von Menschen getötet worden. In Brandenburg seien es vier, allein drei davon in diesem Jahr. 

Laut Polizei ist nach ersten Untersuchungen klar, dass der Wolf erschossen wurde. Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin. Dorthin wurde der Kadaver der Wölfin gebracht. Sie war am zweiten Weihnachtstag erschossen worden. Wölfe durchstreifen in Brandenburg zumeist die Lausitz. Dort, auf einem Feld bei Hirschberg (Elbe-Elster), muss der Wilderer auf die junge Wölfin gestoßen sein.  

In Brandenburg lebten zuletzt nach Schätzungen zwölf Wolfsrudel, zwei Paare und zwei Einzeltiere.

lvz

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