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Polizeiticker Zahl der Wildunfälle in Sachsen steigt weiter
Region Polizeiticker Zahl der Wildunfälle in Sachsen steigt weiter
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15:50 06.05.2018
In Sachsen gibt es mehr Wildunfälle. (Symbolbild) Quelle: dpa
Kamenz/Pirna

Die Wildunfälle auf Sachsens Straßen nehmen weiter zu. 2017 wurden nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Kamenz 12.689 Zusammenstöße mit Rehen oder Wildschweinen, aber auch Waschbären oder Wölfen registriert. Das waren 580 mehr als im Jahr zuvor.

In 111 Fällen blieb es nicht beim Blechschaden. Insgesamt wurden 123 Menschen verletzt, 26 davon schwer. Im Gegensatz zu 2016 gab es aber keine Todesopfer. "Es kann jeden Autofahrer treffen, der in der Dämmerung unterwegs ist", warnte ein Sprecher des Staatsbetriebes Sachsenforst. Und auch nach dem Winter sei die Gefahr nicht gebannt.

Stetiger Trend nach oben

Im Vergleich zum Vorjahr gab es drei Wildunfälle mit Personenschaden weniger, die Zahl der Verletzten sank um zehn auf 123. In vier Fällen standen die Autofahrer unter Alkoholeinfluss, 23-mal endete der Zusammenstoß mit Sachschaden. In der Statistik sind 26 schwer- und 97 leichtverletzte Menschen erfasst. Seit 2013 gibt es einen stetigen Trend nach oben, 2011 war mit knapp 9700 Wildunfällen das unfallärmste Jahr.

Die meisten Wildunfälle betreffen Rehwild, wie Sachsenforst-Sprecher Renke Coordes erklärte. Der Bestand an diesen Tieren in den Wäldern, die häufig auf Nahrungssuche über die Straße wechselten, sei sehr hoch und nehme weiter zu.

Unterschiede nach Saisons

"Und in der Dämmerung kollidiert das vor allem im Frühjahr und Herbst mit dem Berufsverkehr." Aber auch ab Mitte Juli sei Vorsicht geboten, da sei Brunft. "Zur Paarungszeit sind die Böcke liebestoll und wechseln ohne Vorsicht über die Straße, den Weibchen hinterher."

Reh- und Schwarzwild würden zudem aktiv, wenn die Felder bestellt seien. "Da kommt wieder Bewegung auf in den Wäldern." Sobald Nahrung und Deckung vorhanden seien, verstärke sich der Wechsel in Richtung Feld. Darauf sollten Autofahrer achten. "Und wenn ein Tier über die Straße läuft, kommt meist noch eins hinterher."

Verletzte Menschen, tote Tiere

Im September 2017 etwa fuhr der Wagen eines 65-Jährigen auf der Autobahn 4 bei Ohorn (Landkreis Bautzen) in eine Wildschweinherde. Der Mann und seine gleichaltrige Beifahrerin wurden schwer verletzt und sechs Tiere getötet.

Nach Einschätzung des Landesjagdverbandes gibt es auch eine hohe Dunkelziffer. "Viele Wildunfälle werden nicht gemeldet, weil die Beteiligten keine Kaskoversicherung haben", sagte Vizepräsident Thomas Markert. Besonders im ländlichen Raum sei der Anteil älterer Fahrzeuge ohne Versicherungsschutz hoch. "Und bei Fuchs, Dachs und Marderhund macht man im Allgemeinen kein großes Aufsehen."

LVZ

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