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Schkeuditz 100 Jahre Schkeuditzer Rathaus
Region Schkeuditz 100 Jahre Schkeuditzer Rathaus
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15:25 19.05.2015
Von der Einweihung des heutigen Rathauses berichtet eine Seite des "Schkeuditzer Wochenblattes". Hans Neubert und Helge Fischer hängen sie gerahmt im Stadtmuseum auf, wo am Sonnabend eine neue Ausstellung das 100-jährige Gebäude thematisiert. Quelle: Roland Heinrich

Anlass genug, dem Amtsgebäude eine Ausstellung zu widmen, die am Sonnabend eröffnet wird. Auch eine neue Broschüre ist dann erhältlich.

"Bereits 1905 wurde im Magistrat darüber diskutiert, in welcher Form mehr Platz für die Verwaltung geschaffen werden kann", sagte Stadtmuseums-Leiter Hans Neubert. Über eine dringende Notwendigkeit, mehr Platz für die Rathausmitarbeiter schaffen zu müssen, herrschte zuvor schon Einigkeit. Die sollte sich über einen langen Zeitraum aber nicht wieder einstellen.

Schon die Entscheidung, wie mehr Platz geschaffen werden soll, machte sich der Magistrat nicht leicht. Die einen plädierten für einen Umbau des Rathauses am Markt, andere wollten einen Anbau und wieder andere wollten den Abriss des alten Rathauses und einen kompletten Neubau. Nur, wohin der Neubau gebaut werden sollte, war nicht klar. Hier sind sogar der Abriss des Lessing-Gasthofes "Blauer Engel" und die Errichtung des Rathauses an dieser Stelle im Gespräch gewesen, heißt es in einem Bericht zur Einweihung des Rathauses im Schkeuditzer Wochenblatt von 1913.

"Auch für den Erwerb des Grundstückes, auf dem das neue Rathaus gebaut werden sollte, sind zehn Abstimmungen nötig gewesen", wusste Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler). Neun davon seien unentschieden ausgegangen. "Erst die zehnte Abstimmung brachte die Entscheidung zum Kauf. Das lag daran, dass ein Stadtrat verstorben war und damit eine Gegenstimme weggefallen war", sagte Enke.

Das Janz-Grundstück, der jetzige Standort des Rathauses, wurde erworben und ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. "Insgesamt gab es 277 Einsendungen, von denen etwa 20 in die engere Wahl gezogen wurden. Den ersten Platz belegte 1910 der Hamburger Architekt Camillo Günther", informierte der Museumsleiter. Der heute zu den bedeutenden Persönlichkeiten Hamburgs gehörende Architekt war da 29 Jahre alt.

Im Mai 1912 wurde mit dem Rathausbau begonnen. "Der Bau gestaltete sich nicht unkompliziert. Bei den Schachtarbeiten stießen die Bauarbeiter auf eine Treibsandschicht. Auch sammelte sich hier, wo einst der Stadtgraben entlangführte, das Wasser", beschrieb Neubert. Ein Sommergewitter habe die Baugrube gefüllt und zusätzlich mussten Stützen für das Rathaus gesetzt werden.

Der Sachse Richard Emil Kuöhl, der erst nach Berlin und dann nach Hamburg zog und hier heute ebenfalls nicht unbekannt ist, wirkte als Keramiker am Schkeuditzer Rathaus mit. Der ausgebildete Kunsttöpfer studierte in Dresden und war als Bildhauer oder als "Architekturplastiker" tätig. In Schkeuditz hat er Gips-Vorlagen für den Steinmetz gefertigt. Zudem ist das gekachelte Foyer von ihm gestaltet.

Die aufwendigen Fenster im Treppenaufgang des Rathauses sind von dem süddeutschen Gebrauchsgrafiker Paul Neu entworfen worden. "Von ihm stammt auch der Entwurf eines Fensters, das heute in der Café­teria der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig zu sehen ist", sagte Neubert. Die Umsetzung habe die damals renommierte Glaserei Franz Xaver Zettler übernommen. "Die Fenster im Ratssaal hat die Glaserei vermutlich komplett hergestellt. Die hatten ja damals auch eigene Motive im Programm, die dann hier wahrscheinlich zur Anwendung kamen", meinte Neubert.

Am Sonnabend öffnet die Ausstellung zu 100 Jahren Rathaus im Stadtmuseum, Mühlstraße 50. Ab 15 Uhr werden die Gäste erwartet. Eine neue Broschüre zur Rathausgeschichte ist dann auch erhältlich.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.10.2013
Roland Heinrich

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