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120-Meter-Lehmmauer in Radefeld bekommt denkmalgerechte Bedachung

Sanierung am Kitzinghof 120-Meter-Lehmmauer in Radefeld bekommt denkmalgerechte Bedachung

Eine das Grundstück des Kitzinghofes in Radefeld begrenzende Mauer erhält eine denkmalgerechte Bedachung. Die Lehmmauer sei ortsbildprägend und eine der letzten zusammenhängenden, geschlossenen Mauerfronten im Dorf.

Denkmalgerecht lassen Rico Bode und Peer Oehler die Lehmmauer zu ihrem Grundstück von Florian Lier und Falk Brachmann (von links) neu bedachen. Ein beschrifteter „Biberschwanz“ war zufällig mit im Ziegelpaket und wird mit verbaut.

Quelle: Roland Heinrich

Radefeld. Der Kitzinghof in Radefeld ist den Einheimischen durchaus ein Begriff. Die einstigen Besitzer Ilse und Conrad Kitzing sind im Dorf namentlich noch bekannt. Sie gehörten zu den größeren Bauern des Ortes. „Zur Ernte oder in der Gärtnerei standen viele Radefelder bei den Kitzings in Arbeit“, sagte Peer Oehler, der den Hof 2008 gemeinsam mit Rico Bode von der Kitzing-Tochter Regina Aurich kaufte. Seitdem haben sich die beiden Neu-Radefelder mit der Hofgeschichte befasst und diese 2010 auch als ein Wandbild an die 1803 errichtete Scheune bringen lassen. „Das ist im Ort sehr gut angekommen“, meinte Oehler.

Ebenfalls kommt jetzt eine Sanierungsaktion der Beiden gut an: Eine das Grundstück begrenzende Mauer erhält eine denkmalgerechte Bedachung. Damit sind Falk Brachmann und Florian Lier von der Dachdeckerfirma Thomas Grüber aus Rottleberode im Südharz beschäftigt. Vermutlich noch in der kommenden Woche haben die Dachdecker mit der Eindeckung zu tun. „Derartiges haben wir schon gemacht, aber noch nicht in der Dimension“, meinte Lier.

„Die Mauer hat beim Jahr der Errichtung noch eine 17 vorn stehen“, erwähnte Oehler. Etwa 120 Meter lang sei die im 18. Jahrhundert komplett in Lehm errichtete Grundstücksgrenze. „Ich habe mir das schon mal angeguckt: Das macht einen guten Eindruck“, meinte auch Ortsvorsteherin Birgit Gründling, Für das Ortsbild sei die Mauer durchaus wichtig. Und für den Ort das Engagement der beiden Neu-Radefelder, ergänzte sie. .

Regelmäßig nämlich würden Kinder und Senioren den Kitzinghof besuchen. Die einen, um Einblick in die Viehhaltung und das Funktionieren eines Bauernhofes zu bekommen, die anderen um umgeben von historischen Acker- und Gartengeräten Kaffee und Kuchen zu sich zu nehmen und in Erinnerungen zu schwelgen.

„Ein solches Engagement kann man nur begrüßen“, sagte Jürgen Liebau vom Denkmalamt im Landratsamt Nordsachsen. Im Verzeichnis der sächsischen Kulturdenkmale wird die „prägnante und typische Lehmmauer von orts- und straßenbildprägendem Charakter“ als „eine der letzten zusammenhängenden, geschlossenen Mauerfronten“ geführt und deren baugeschichtliche Bedeutung betont. Allerdings wird die Einfriedungsmauer da auf das 19. Jahrhundert datiert. Uneinig sei man sich im Denkmalamt indes auch, ob die Mauer einst verputzt gewesen ist. „Aber Lehm ist, wenn er trocken ist, ein dauerhafter Baustoff. Und Putz hält dort nur mechanisch und geht keine chemische Verbindung ein“, wusste Liebau. Trocken dürfte der Lehm nach der neuen Bedachung wohl bleiben.

Von Roland Heinrich

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