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13 000 kommen zur Arbeit nach Schkeuditz

Pendler-City 13 000 kommen zur Arbeit nach Schkeuditz

Rein rechnerisch könnte in Schkeuditz jeder Einwohner im arbeitsfähigen Alter am Wohnort einen Job haben. Rund 15 600 Jobs nämlich gibt es hier. Nur etwa 17 500 Einwohner – allerdings inklusive der noch nicht und der nicht mehr Arbeitenden – zählt die Kommune.

Wesentlich mehr Pendler kommen nach Schkeuditz zur Arbeit (blau) als die Stadt verlassen (orange).

Quelle: Patrick Moye

Schkeuditz. Rein rechnerisch könnte in Schkeuditz jeder Einwohner im arbeitsfähigen Alter am Wohnort einen Job haben. Rund 15 600 Jobs nämlich gibt es hier. Etwa 17 500 Einwohner – inklusive der noch nicht und der nicht mehr Arbeitenden – zählt die Kommune. Die Zahl der arbeitenden Bevölkerung in Schkeuditz würde nicht einmal ausreichen, um alle vorhanden Arbeitsplätze zu besetzen.

In der Realität sieht es anders aus. Wie Volkmar Beier, Sprecher der Agentur für Arbeit in Oschatz mitteilte, gab es Ende September 613 Arbeitssuchende in Schkeuditz. Rund 7400 Schkeuditzer gehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Doch auch von denen arbeiten nicht alle in Schkeuditz. Mehr als 13 000 Arbeitsplätze müssen von anderen Arbeitskräften besetzt werden – von Pendlern.

5800 Pendler kommen aus Leipzig

Allein aus Leipzig kommen knapp 5800 Pendler in die Flughafenstadt. Aus dem sachsen-anhaltischen Halle sind es gut 1000. Weitere Arbeitnehmer treibt es aus Delitzsch (421), Schkopau (328), Wiedemar (272), Markranstädt (263), Kabels-ketal (245) oder Leuna (215) nach Schkeuditz. Auch den Weg aus Berlin (153) oder aus Dresden (128) nehmen Arbeitnehmer auf sich.

Von den knapp 7400 beschäftigten Schkeuditzern pendeln 3039 in die Großstadt Leipzig. Nach Halle zieht der Job 218. Der Großen Kreisstadt Delitzsch (119) folgen bei der Zahl der Auspendler nur noch im zweistelligen Bereich Leuna (99), Wiedemar (97), Markranstädt (86) und Landsberg (77). Auch Dresden (71) und Berlin (52) sind als Arbeitsort für Schkeuditzer mit dabei.

Die Anzahl derjenigen, die von außerhalb kommend in Schkeuditz ihre Arbeit finden, ist durchaus als rasant ansteigend zu bezeichnen. Waren es 2009 noch 9209 Einpendler, sind es 2015 schon 13 188. Im selben Zeitraum hat sich die Zahl derer, die Schkeuditz wegen der Arbeit verlassen von 4608 um nur knapp 400 auf 4991 erhöht. Damit hat Schkeuditz 2015 fast genauso viele Auspendler wie Taucha. 4993 sind es dort. Zum Vergleich: Taucha zählte im vergangenen Jahr 3014 Arbeitskräfte, die zur Arbeit in die Parthestadt kamen, gut 10 000 weniger als Schkeuditz.

DHL schafft neue Jobs

Ein großer Antrieb für die gestiegene Zahl der Einpendler in Schkeuditz sind natürlich neu entstandene Jobs. Deren Zahl hat allein innerhalb eines Jahres bis Mitte 2015 um 959 zugenommen. Der Geschäftszweig Verkehr und Lagerei, konkret hauptsächlich DHL, haben mit 689 neuen Jobs den größten Anteil. Weitere Arbeitsplätze entstanden bei sogenannten wirtschaftlichen Dienstleistungen (148), worunter auch die Überlassung von Arbeitskräften zählt sowie im Segment Heime und Sozialwesen (107). Aber auch im verarbeitenden- und im Baugewerbe, im Einzelhandel, Gastgewerbe oder im Gesundheitswesen sind vereinzelt neue Jobs entstanden.

„Die Stadt steht vor der Herausforderung, die Schaffung von mehr attraktivem Wohnraum zu ermöglichen, damit die ständig zunehmende Zahl von nach Schkeuditz einpendelnden Arbeitnehmern zu einer nachhaltigen Bevölkerungsentwicklung in Schkeuditz führen kann“, hatte Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) unlängst am Rande der feierlichen Terminal-Eröffnung am DHL-Hub erklärt.

Wohnraum gibt es noch

Was die derzeitigen baulichen Aktivitäten im Immobiliensektor in Schkeuditz betrifft, dürfte sich allerdings nur ein Bruchteil der Einpendler angesprochen fühlen. Sowohl in der Ringstraße, als auch auf dem Halleschen Feld entstehen zwar neue Wohnungen. Die sind jedoch für den solventen Käufer gedacht. Auch das Vorhaben der Schkeuditzer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (SWV) in der Weststraße, Ecke Schillerstraße zielt wohl auf gleiche Klientel ab. Für ein nahezu unbebautes städtisches Großgrundstück am Markt wurde ein Vermarktungskonzept vorgestellt. Inwieweit dort ein Investor auch Wohnraum zur Miete schaffen wird, ist aber noch unklar.

„Der Vermietungsstand ist gut. Wir haben aber noch Wohnraum“, sagte der Geschäftsführer bei der städtischen Wohnungsgesellschaft, Gerald Fritzsche gestern. „Bei bestimmten Wohnungstypen und -lagen herrscht allerdings Mangel“, gestand er.

Von Roland Heinrich

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