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150 Radfahrer kämpfen auf Rundkurs im Ort

Traditionsrennen in Dölzig 150 Radfahrer kämpfen auf Rundkurs im Ort

Volksfeststimmung beim 26. Preis von Dölzig: Fast der ganze Ort ist auf den Beinen, um die rund 150 Radfahrer bei dem 1,2 Kilometer langen Rundkurs anzufeuern. 50 Mal fahren die Fahrer an den Schaulustigen vorbei, bevor das Rennen zu Ende ist.

Anfeuerungsrufe von den Kleinsten: Beim Rundkurs der Herren siegte Sandro Kühmel vom PS Team Thüringen.

Quelle: Jan Iven

Dölzig. Volksfeststimmung beim 26. Preis von Dölzig: Fast der ganze Ort ist auf den Beinen, um die rund 150 Radfahrer bei dem 1,2 Kilometer langen Rundkurs anzufeuern. „Die Fahrer sind teilweise so schnell, dass den Zuschauern die Haare wehen“, sagt Organisator Jörg Thiele und lacht. Zumindest bei den knapp 70 hochklassigen Lizenzfahrern, die am frühen Abend in den ABC-Klassen über 60 Kilometer antreten, ist das der Fall. Das sind immerhin ganze 50 Runden durch Dölzig.

Trotz der spätsommerlichen Temperaturen trägt Jörg Thiele eine Lederhose. Denn beim Oldtimerkorso zur Eröffnung der Veranstaltung am Mittag fuhr er mit seinem Motorrad durch Dölzig. „Da ist die Lederhose einfach Pflicht“, sagt er. Später wird er sich eine Jeans anziehen.

Mit dabei bei der Oldtimerfahrt ist auch Klaus Winkler aus Dölzig, der mit seinem Enkel und dessen Schwiegervater gleich drei Simson-Mofas an den Start bringt. „Ich habe die Maschinen im völlig verrosteten Zustand bekommen und restauriert“, erzählt der 75-Jährige. „Das sind wunderbare Fahrzeuge und da ist natürlich auch etwas DDR-Nostalgie dabei.“ Seine Simson macht dann aber schon nach zwei von drei Runden im Oldtimerkorso schlapp. Immerhin: Sein Enkel schafft es nur bis zum Start, danach gibt seine Maschine auf.

Nach und nach kommen immer mehr Menschen an die Rennstrecke. Sei es, um die Kinder beim 2,4 Kilometer langen Jedermann-Rennen für den Nachwuchs anzufeuern oder im Festzelt die Leckereien zu genießen, die die rund 20 Mitglieder des Organisationsteams vom SV 1863 Dölzig vorbereitet haben. „Das Radrennen ist mittlerweile richtige Tradition und da können die Dölziger schon ein bisschen stolz drauf sein“, sagt Organisator Thiele. Das Rennen gab es bereits zu DDR-Zeiten von 1972 bis 1985. „Doch dann musste es eingestellt werden, weil die Straße in einem zu schlechten Zustand war“, sagt er. Erst nach einer Sanierung der Straße war überhaupt an einen Neuanfang zu denken. „Die Volleyballer vom Verein fuhren damals zu Trainingszwecken Fahrrad. Und so haben wir 2003 schließlich auch das Rennen wiederbelebt.“ Seitdem ist es aus Dölzig nicht mehr wegzudenken. „Das ist schon einer der Höhepunkte im Jahr“, findet Thiele, der auch SV1863-Chef ist.

Zumal das Rennen sportlich recht anspruchsvoll ist. So hat das Kriterium neben mehreren Steigungen auch eine Spitzkehre zu bieten. Die Teams kommen zum Teil von weit her, etwa aus Stuttgart, Trier oder Neubrandenburg. Doch auch viele Sächsische Fahrer aus Leipzig, Borna und Zwenkau gehen bei den insgesamt vier Rennen an den Start.

So manche Dölziger haben es sich auch mit Klappstühlen und dem einen oder anderen Kaltgetränk am Straßenrand bequem gemacht, um die Rennfahrer anzufeuern. „Wir sind Dölziger, da gehört das einfach schon seit Jahren dazu“, sagt Roland Schrader, der direkt an der Strecke wohnt und die Veranstaltung gemeinsam mit seiner Frau und den Nachbarn verfolgt. Zwischen den Rennen gibt es im Garten Kaffee und Kuchen, danach wird gegrillt. Wichtig an diesem Tag: „Wir haben unsere Sonnenschirme aufgebaut“, sagt Roland Schrader.

Und dann starten am frühen Abend die Leistungssportler der ABC-Klassen. Ein schwarzes Porsche-Cabrio fährt als Führungsfahrzeug vorneweg. Auf dem Rücksitz zeigt ein junger Mann mit Schildern die aktuelle Rundenzahl für die Zuschauer an. Es bilden sich zwei Hauptfelder mit verschiedenen Ausreißern und mehren Nachzüglern. Alle fünf Runden werden Punkte für die Rangfolge vergeben. Und so steht bereits drei Runden vor dem Ziel der Sieger so gut wie fest.

Und tatsächlich kann Sandro Kühmel den Sieg bis zum Schluss verteidigen. Der 37-jährige Chemnitzer vom PS Team Thüringen ist überglücklich. Denn: „Ich bin schon mehrmals in Dölzig angetreten und auf dem Treppchen gelandet, habe aber noch nie hier gewonnen“, sagt er. Tatsächlich war die Strategie des Teams durchaus auf einen Sieg von Kühmel angelegt. „Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste, deswegen wurde es Zeit. Schön, dass es geklappt hat“, sagt er nach der Siegerehrung. Das Dölziger Kriterium gefällt ihm besonders gut. „Es ist einfach das schönste Rennen in Ostdeutschland. Wer hier nicht fährt, ist selber schuld“, findet er. „Die vielen Zuschauer und der Volksfestcharakter haben ziemlichen Seltenheitswert.“

Organisator Thiele zieht ein positives Fazit: „Das Wetter hat gepasst, es waren viele Leute da und die Rennen waren auch tolle“, sagt er zufrieden. 150 Starter in vier Rennen waren etwa so viele wie in den Jahren zuvor.

Von Jan Iven

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Dölzig
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