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18. Schkeuditzer Kulturtage neigen sich gruslig ihrem Ende entgegen

18. Schkeuditzer Kulturtage neigen sich gruslig ihrem Ende entgegen

Gift aus dem Versandhaus, Kannibalismus- und Totschlaggeschichten - am Mittwochabend läutete die Stadtbibliothek mit einer arg gruslig anmutenden Veranstaltung das Ende der 18. Schkeuditzer Kulturtage ein.

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Krimi-Autor Henner Kotte (links) und MDR-Sprecher Axel Thielmann sorgen mit ihren Friedhofsgeschichten für gruslige Stimmung in der Schkeuditzer Bibliothek. Doch am Ende siegt bei ihnen der Humor über den Tod - jedenfalls für die Lebenden.

Quelle: Peggy Hamfler

Schkeuditz. Mit ihrer musikalischen "Leichenschmaus"-Lesung sorgte die Einrichtung für einen weiteren Höhepunkt im seit dem 26. September andauernden Kulturtage-Programm.

Das Ambiente im Raum passt. Es ist fast dunkel. Im flackernden Kerzenlicht sind silberne Urnen und ein Holzkreuz auf dem Tisch zu erkennen. Beobachter könnten vermuten, es ist eine Trauerfeier. Doch weit gefehlt. In der Lesung mit dem Leipziger Schriftsteller Henner Kotte und MDR-Figaro-Sprecher Axel Thielmann geht es alles andere als todernst zu. Geistergeschrei, Moritaten von Bertolt Brecht, ein bayrisches Totenlied und schaurig-amüsante Friedhofslieder im Berliner Dialekt von Nina Hagen, aber auch Musik von Georg Kreisler und Reinhard Mey sind zu hören. Musikalisch untermalt von Tilo Augsten am Synthesizer. Dabei reizen Kotte und Thielmann ihre Stimmen vollends aus: Fiese Hexen, Banausen und Gaunermädchen stellen sie im Halbdunkel dar und werfen dabei große Schatten an die Wand. Sportliche Todesanzeigen von Golfern, die ihr letztes Spiel treiben und von Uhrmachern, die ihre letzten Stündlein schlagen lassen, sorgen für Kichern unter den Zuhörern.

Auch wahre Schauerlichkeiten kommen bei den Vortragenden nicht zu kurz: Im Leipziger Stadtteil Connewitz sei ein Ehemann von seiner Gattin nach Hausfrauenart gekocht worden, ein sächsischer Kannibale habe seine Schwester verspeist, ein Liebhaber sogar den Po seiner Freundin gebraten.

Besucherin Heidemarie Benndorf ist das Gebotene nicht zu makaber. Die Rentnerin gehe oft und gern zu Lesungen und lobte: "Es ist grandios und unterhaltsam, sehr lustig!" Bibliotheksleiterin Angelika Diedrich freut sich über die positive Resonanz, aber auch über den großen Zuspruch: "Gott sei Dank sagten sechs Besucher ab, sonst hätten nicht alle einen Platz gefunden."

Doch was treibt Kotte eigentlich dazu, sich auf diese Art mit dem Tod zu beschäftigen? Der Autor senkt den Blick, schmunzelt und sagt: "Ich habe seit knapp vier Jahren die Diagnose Darmkrebs. Humor ist mir deshalb besonders wichtig." Bereits als Kind habe der Krimiautor durch die Erzählungen seiner Großmutter die Liebe zu Mordgeschichten entdeckt. Kotte gibt derzeit regelmäßig Stadtführungen zum Abtauchen in die dunklen Tiefen Leipzigs.

Die beiden letzten Veranstaltungen im Rahmen der Kulturtage: Sonnabend, 10 Uhr, Gitarrenworkshop in der Villa Musenkuss; Sonntag ab 17 Uhr, Kirche Altscherbitz, Barockmusik mit der Lautten Compagney

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.11.2014
Peggy Hamfler

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