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Schkeuditz 2500 Jahre altes Gefäß gefunden
Region Schkeuditz 2500 Jahre altes Gefäß gefunden
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18:05 28.06.2011
Susanne Peschel findet bei Ausgrabungen nahe des Porsche-Werkes dieses gut erhaltene steinzeitliche Gefäß. Nach ersten Schätzungen könnte es zirka 2500 Jahre alt sein. Quelle: Olaf Barth
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Schkeuditz/Leipzig

Das Besondere an dem zirka 2500 Jahre alten Keramik-Behältnis ist, dass es die lange Zeit nahezu unbeschädigt überstanden hat. Die Freude über den Fund war riesengroß.

„Ich dachte erst, es wäre ein Stein. Doch ich merkte bald, dass es ein gut erhaltenes Gefäß ist und habe gleich alle ran geholt, um mir huldigen zu lassen“, beschrieb Susanne Peschel lachend den Moment ihres spektakulären Fundes. In 1,40 Meter Tiefe war die Archäologin auf das intakte Gefäß gestoßen. Das bauchige Keramik-Behältnis steckte in 1,40 Meter Tiefe kopfüber in einer von den damaligen Siedlern wieder aufgefüllten Grube. Behutsam befreit vom sandigen Lehm wurden an dem Gefäß nach und nach die vier kleinen Henkel sichtbar, durch die damals wahrscheinlich ein Bastfaden zum Tragen oder Aufhängen gezogen worden war.

Auch Grabungsleiterin Yvonne Heine strahlte über das ganze Gesicht: „Das ist ein Traum. So stellt man sich das vor. Dafür lohnt sich die ganze Mühe.“ Die Expertin geht kurz in sich, denkt an andere Funde, vergleicht, schwankt noch etwas in der Zeitbestimmung und legt sich dann fest: „Das ist ein Gefäß aus der Eisenzeit, vermutlich 2500 Jahre alt.“ Der Fund ist knapp 26 Zentimeter hoch und misst im Bauchumfang 22 Zentimeter. Es ist das schönste und das erste vollständig erhaltene Stück, das bisher in dem Planum gefunden wurde. Bisher waren einige größere Teile von Gefäßen und über 100 Scherben freigelegt worden. „Dieses vollständig erhaltene Gefäß ist etwas Besonderes. Wahnsinn, dass es, obwohl es leer war, dem Erddruck standhielt und ganz geblieben ist“, staunte Heine. Gut möglich, dass dieser Fund ab 2013 im derzeit entstehenden Haus der Archäologie in Chemnitz ausgestellt wird. Denn dort sollen Sachsens schönste Funde präsentiert werden.

Ebenso freute sich die Fachfrau über die gut erkennbaren Profile der alten Gruben. „Da kann man erkennen, zu welchem Zweck sie einst angelegt worden waren. Diese hier stand längere Zeit offen, war vielleicht ein Ort zum Wasserholen für das Vieh oder zum Gerben. Vieles spricht dafür, dass hier ein Arbeitsbereich war“, suchte Heine nach ersten Erklärungen. Für die Wassertheorie könnte auch der Umstand sprechen, dass die Grabungsstellen ständig voll laufen und regelmäßig wieder leer gepumpt werden müssen.

Insgesamt gibt es auf diesem Grabungsfeld 330 gekennzeichnete so genannte Befunde, die bis Ende August untersucht werden können. Das Gefäß lag im Befund Nummer 79. Weil Porsche zwischen Leipzig und Schkeuditz sein Werk erweitern will, sind hier seit Wochen Archäologen zugange (LVZ berichtete).

Olaf Barth

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