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Schkeuditz 40 Jahre DiNo-Disko – jetzt wird groß gefeiert
Region Schkeuditz 40 Jahre DiNo-Disko – jetzt wird groß gefeiert
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18:15 08.10.2018
Dino-DJ Norbert Zschörnig moderiert wie hier auch viele Veranstaltungen, zum Beispiel hier am Mittwoch das Tanzfest zu den Schkeuditzer Kulturtagen. Quelle: Foto: Martin Huthöffer
Schkeuditz

Nein, mit prähistorischen Echsen hat der Name „DiNo“-Diskothek nichts zu tun, klärt Norbert Zschörnig auf. Auch wenn die Gründung der Diskothek im Jahr 1978 schon vierzig Jahre zurückliegt und die entsprechende 40-Jahr-Feier diesen Freitag und Sonnabend im mehr als 400 Jahre alten Gasthof zur Landesgrenze in Schkeuditz für möglicherweise echsenartige Bewegungen sorgen wird, bildete sich der Name „DiNo“ aus den Vornamen der beiden Gründer: Dieter (Di) und Norbert (No). Inzwischen wechselte das Dino-Team. Heute steht passenderweise Dirk – im Jahr der Dino-Gründung geboren – für das „Di“ und an den Reglern.

Der Echsenvergleich ist allerdings nicht aus der Luft gegriffen: Immerhin seit 40 Jahren steht der heute 54-Jährige an den Reglern und macht unterhaltende Shows. „In meinem Kinderzimmer wurde die Dino-Diskothek 1978 per Handschlag gegründet“, erwähnte lachend der Disco-Jubilar. „Schon vor der Gründung saßen wir jeden Mittwoch in der Arbeitsgemeinschaft Diskothek Schule und lernten, mit Lötkolben, Verstärker, Mischpult und den vielen Elektrobindfäden umzugehen“, erzählt der Ur-Leipziger.

In der Schuldisko fing alles an

Die schulischen Basteleien an Verstärkern oder Boxen haben wohl auch seinen beruflichen Werdegang beeinflusst: „Ich habe Elektrotechnik und Elektronik an der Offiziershochschule in Zittau studiert“, sagte der Diplom-Ingenieur. Er war bei der Armee im Nachrichtenregiment und arbeitete dann im Außendienst für einen Vertragsgroßhändler der Firma Bosch. Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte vertrieb er genauso wie später Medizintechnik zur Schmerz- oder Kälte- und Tiefkühltherapie. „In Thüringen habe ich das LTE-Netz mit auf die Beine gestellt“, erzählte er. Auch LED-Industriebeleuchtung gehörte zum Sortiment. Ganz Ostdeutschland habe er so bereist und dabei auch schon mal 80 000 Kilometer im Jahr auf dem Tacho stehen gehabt.

Eine DDR-Discjockey-Karriere aber hat Zschörnig auch hingelegt. Start waren natürlich Schuldiskos. Mit 14 Jahren gab es eine Spielgenehmigung, mit 17 Jahren dann die „Pappe“, eine staatlich abgenickte Spielerlaubnis, die Einstufung genannt wurde. Kleingartenvereine, die „Ring-Disco“ im Ringcafé oder der Jugendclub „Eiskeller“ gehörten zu Spielorten.

Mitschnitte aus dem Radio

Nächtliche „Radiomitschnitt-Orgien“ von NDR 2 oder RIAS gehörten in der Schulzeit zum Tagesprogramm. „Vor allem haben wir natürlich Amiga-Platten gespielt. Wenn eine Lizenzscheibe angekündigt war, musste man schon mal Unterricht schwänzen, um noch vor Ladenöffnung in der Warteschlange am Leipziger „Melodie“-Laden zum ersten Dutzend zu gehören“, so Zschoernig. Aber auch diverse Abendveranstaltungen sorgten dafür, dass der Sonnabend als Schultag – so etwas gab es einmal – hin und wieder ausfiel. „Ich war zwar nicht da, aber unentschuldigt gefehlt habe ich nie“, erzählte der DJ, der sich eigentlich aber eher als Plattenunterhalter begreift, lachend.

Für die ersten Mitschnitte von Radiosendungen nutzte Zschörnig den heimischen Stern-Radiorekorder R 160. „Der stand in der Küche und ich habe ihn mir nachts immer geholt. Meine Mutter ist am Morgen dann regelmäßig verzweifelt, weil der Rekorder nicht mehr da war“, erinnerte sich Zschörnig. Was er damals verflucht hat, waren quatschende Moderatoren oder der Verkehrsfunk. Beides versaute Mitschnitte der Hits aus dem kapitalistischen Ausland. „Heute wäre ich ein solcher Kandidat, der in die Lieder hinein quatscht“, gibt der Unterhalter zu. Aber heute schneide ja auch keiner mehr mit. Etwa 600 bis 700 Kassetten hat Zschörnig noch im Besitz. Seinen ersten CD-Player habe er sich 1986/87 gekauft.

Ost-Musik läuft wieder

Mit der bekannten 60:40-Regel der Ost-Disco – 60 Prozent Musik aus dem sozialistischen Teil der Welt und 40 aus dem kapitalistischen Ausland – habe sich die „DiNo-Disko“ übrigens nicht so schwer getan. „Es gab doch eigentlich sehr gute Musik. Heute haben wir übrigens wieder sehr erfolgreiche reine Ost-Musik-Abende im Angebot“, meinte Zschörnig.

Nach Schkeuditz ist Zschörnig 1996 gezogen. Hier war er der erste DJ im neu gebauten Kulturhaus „Sonne“. Fünf Jahre lang hat der 100-Kilo-Mann beim Schkeuditzer Weihnachtsmarkt den Weihnachtsmann gegeben und mit dem Programm für den bis dato „kleinsten, aber rockigsten Weihnachtsmarkt“ gesorgt, wie er es selbst spaßig formulierte. Heute arbeite er noch regelmäßig mit den Fechtern zusammen.

Die 40 Jahre der „DiNo-Disco“ werden an diesem Freitag und Sonnabend gefeiert. Einlass im Gasthof zur Landesgrenze, Äußere Leipziger Straße 104, wird jeweils ab 19 Uhr gewährt. Los geht es an beiden Tagen um 20 Uhr. Als „Special Guests“ sind „Mertin“ und „Udo“ live angekündigt. Und Norbert Zschörnig hat sicher einiges zu erzählen.

Von Roland Heinrich

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