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Ab Januar könnten die Abfallgebühren sinken

Ab Januar könnten die Abfallgebühren sinken

Nach zweijähriger Vorbereitungszeit wird es im Landkreis Nordsachsen jetzt mit der neuen Abfallentsorgung ernst: Die vor 24 Monaten gekündigten Verträge unter anderem auch mit den ortsansässigen Entsorgern UWE in Taucha sowie Schannewitzki in Schkeuditz laufen zum Jahresende aus.

Schkeuditz/Taucha. Ab 1. Januar übernimmt die voriges Jahr neu gegründete Abfall- und Servicegesellschaft des Landkreises Nordsachsen mbH (ASG) in den beiden Leipziger Nachbarstädten und in anderen Teilen des Landkreises die Entsorgung des Restmülls, Papiers und des Sperrmülls. Nach ASG-Angaben soll der Wechsel so problemlos wie möglich vonstatten gehen. Die Abfallbehälter der bisherigen Entsorger würden übernommen. Für die Gelben Tonnen und Säcke bleibe weiterhin die ALL Abfall-Logistik Leipzig GmbH zuständig.

Mit der Umstrukturierung der Abfallentsorgung sollen die Müllgebühren sinken. Nach bisherigen Informationen wird von Einsparungen in Höhe von 375 000 Euro ausgegangen, mit denen die Gebührenzahler entlastet werden könnten. "Das wäre möglich und ist auch so vorgesehen, aber der endgültige Beschluss über die Abfallgebührensatzung wird erst am Mittwoch im Kreistag gefasst", sagte der Tauchaer Abgeordnete Jens Rühling (Bündnis 90/Die Grünen) gegenüber der LVZ. Zurzeit zählen die im Altkreis Delitzsch erhobenen Müllgebühren zu den bisher höchsten überhaupt.

An der vielfach kritisierten Sperrmüll-Straßensammlung soll sich vorerst nichts ändern. Noch sei ein Delitzscher Modellprojekt nicht ausgewertet. Dennoch könnten sich zumindest in Taucha die Müllberge und auch die Zahl der ungeliebten Mülltouristen verringern. Diese belagern allzuoft mit ihren Kleintransportern jene Straßen und Wohngebiete, in denen die Sperrmüll- und Schrott-Straßensammlung stattfindet. "Der UWE-Betriebshof bleibt ja erhalten. Dort soll ganzjährig von Tauchaern Sperrmüll kostenlos abgegeben werden können. Da liegt dann bestimmt nicht mehr so viel an den Straßenrändern, sodass sich vielleicht der Mülltourismus nicht mehr lohnt und eines Tages die Straßensammlung erübrigt", mutmaßt Rühling vorbehaltlich der zu fassenden Beschlüsse.

Auch UWE-Gesellschafter Manfred Talkenberg bestätigt: "Es geht weiter mit der UWE. Aber da uns die Verträge mit dem Landkreis verloren gingen, haben wir uns nach einem starken Partner umgesehen. Drei Kandidaten standen zur Auswahl, am Montag werden wir nun mit einem von ihnen das Zusammengehen beschließen." Talkenberg selbst agiert nur noch als Gesellschafter, ist aus gesundheitlichen Gründen seit Anfang September nicht mehr der Geschäftsführer. Wie der 60-Jährige weiter sagte, werden alle acht Mitarbeiter in die neu entstehende Gesellschaft übernommen, lediglich einer wechselt in die ASG.

In Schkeuditz war bisher die Schannewitzki Städtereinigung GmbH für die Entsorgung zuständig, außer in den nördlichen Ortsteilen. Dort agieren weiter die Kreiswerke Delitzsch, wie aus dem Rathaus zu erfahren war. Auch für den Schkeuditzer Entsorger bedeutet der Verlust der Landkreis-Aufträge nicht das Aus. "Gerüchte, wir würden Insolvenz anmelden oder in Konkurs gehen stimmen nicht", machte diese Woche Senior-Chef Burkhard Schannewitzki klar. Allerdings habe einem Müllwerker gekündigt werden müssen und ein Kraftfahrer habe nur befristet eingestellt werden können. Ansonsten seien die Mitarbeiter nicht betroffen, das Büro im Schkeuditzer Hauptsitz bleibe besetzt, auch drei Fahrzeuge blieben hier stationiert. Immerhin gebe es ja noch den Containerdienst und andere Aufträge.

Wie die LVZ weiter erfuhr, soll der bisherige Wertstoffhof in der Schkeuditzer Oststraße geschlossen werden. Als Annahmestelle könnte dann ein Hof in Radefeld dienen. Doch auch in Schkeuditz bleibt offenbar die Abgabe von Sperrmüll möglich. In der Oststraße 2, im ehemaligen Kohlenhof, soll eine Annahmestelle eingerichtet werden, die nach gegenwärtigem Stand von der ASG jeden letzten Sonnabend im Monat geöffnet werden soll.

Einstellen müssen sich die Bürger auf neue Abholtermine. Der von vielen Tauchaern in der Dezember-Ausgabe des Stadtanzeigers bereits vermisste Abfallkalender soll am 19. Dezember im Amtsblatt des Landkreises Nordsachsen beiliegen. Als Ansprechpartner fungieren weiterhin der Landkreis Nordsachsen, Sachgebiet Abfallwirtschaft, sowie die Abfallgebührenstelle des Landkreises bei der Kreiswerke Delitzsch GmbH.

Kontakt unter Telefon 034202 33520 oder per E-Mail unter geb@kwdz.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.12.2014
Olaf Barth

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