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Abriss in Schkeuditz kommt 2014

Abriss in Schkeuditz kommt 2014

Auf nicht mehr bewohnten Grundstücken in der Berliner- und Kursdorfer Straße im Schkeuditzer Norden sind bereits Anfang 2012 sämtliche Bäume gefallen. Insgesamt 22 Häuser sollten hier abgerissen werden, wobei die Bäume im Weg gestanden hätten.

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Übernahmegebiet: Insgesamt 22 Häuser im Schkeuditzer Norden, in unmittelbarerer Nachbarschaft von DHL, will der Flughafen seit mehr als eineinhalb Jahren abreißen lassen. Bisher erledigen das, zumindest teilweise, Bürger, die sich hier Ziegel und sogar einen ganzen Dachstuhl mit Zustimmung des Airports abholen. Jetzt soll Mitte nächsten Jahres abgerissen werden.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Um seiner Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, wollte der Flughafen Leipzig/Halle 2012/2013 mit dem Abriss beginnen. Doch bisher ist nichts passiert.

"Na, sieht doch schön aus?", lautet eine ironische Frage eines Anwohners im Schkeuditzer Norden. Hier, in der Berliner- und der Kursdorfer Straße, bietet sich jedoch ein eher schauriges Bild: Leerstehende Häuser ohne oder mit eingeschlagenen Fenstern, abgedeckte Dächer und verwilderte und zum Teil vermüllte Grundstücke sind die Regel. Alle Häuser befinden sich im Übernahmegebiet des Flughafens. Dennoch gibt es Anwohner, die ihren Übernahmeanspruch nicht wahrgenommen haben, und hier wohnen geblieben sind. In welchen der hier stehenden Häuser, ist deutlich zu erkennen.

Als im Februar 2012 auf unbewohnten Grundstücken die Bäume gefallen sind, ging das sehr schnell. "Zur Baufeldfreimachung" sei dies geschehen, hieß es vom Flughafen, der hier insgesamt 22 Häuser abreißen wollte. Inzwischen ist das "Baufeld" wieder überwuchert. Warum bisher in Sachen Abriss nichts geschehen ist, kann Airport-Sprecher Uwe Schuhart nicht sagen. Wohl aber, wie es weitergehen soll: "Anfang kommenden Jahres werden wir die Angebotseinholung starten. Voraussichtlich Mitte des kommenden Jahres wird mit dem Abriss begonnen werden. Die Anzahl der Häuser stimmt weiterhin", informierte Schuhart auf LVZ-Anfrage.

Weshalb der Flughafen hier überhaupt Häuser abreist, begründete er im letzten Jahr mit seiner Verkehrssicherungspflicht. "Das ist nicht der alleinige Grund", sagte Schuhart gestern. Auch wolle man hier zurückbauen. Wie genau es nach dem Rückbau aussehen wird und ob sich dann - ähnlich wie in Kursdorf - ein aus Bauschutt bestehender Schotterteppich ausbreiten wird, konnte der Airportsprecher noch nicht sagen.

Zum Aussehen der Grundstücke allerdings betonte er: "Wir haben kein Verständnis dafür, dass Bürger hier ihren Müll abladen." Der Airport habe in den letzten Tagen Aufräumaktionen gestartet, meinte der Sprecher. Dass der Abriss der Häuser zumindest teilweise von Bürgern erledigt wird, ist ihm bekannt: "Das Abdecken der Dächer ist mit dem Flughafen abgesprochen gewesen." An mehreren Häusern nämlich fehlen die Dachziegel und nur noch die Lattung ist zu sehen. Einem Haus fehlt gar der gesamte Dachstuhl.

Ängstlich hingegen sind die verbliebenen Anwohner: Leere Häuser seien von Obdachlosen besiedelt, Kinder hätten die Häuser als aufregenden aber gefährlichen Abenteuerspielplatz entdeckt, heißt es. Zugang zu den Ruinen zu haben, ist kinderleicht, weil Zäune niedergetrampelt und Eingänge offen sind.

Konkrete Pläne für das Gelände gibt es nach dem Abriss nicht. "Immerhin wohnen hier ja noch Leute", sagte der Airport-Sprecher. Als "für Gewerbe prädestiniert" bezeichnete Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) das Areal. Doch von Anfragen aus der Branche ist bisher nichts bekannt.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.12.2013
Roland Heinrich

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