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Alte Bäume müssen neuen weichen

Alte Bäume müssen neuen weichen

Für eine neue Streuobstwiese lässt der Flughafen in Freiroda momentan auch 30 bis 40 Jahre alte Nadelbäume fällen. Damit verstößt er gegen Absprachen, die mit dem Verein zur Wahrung von Bürgerinteressen gegenüber dem Flughafen Leipzig/Halle getroffen wurden, meint dessen Vorsitzende Gabriele Handke und wirft den Airport-Geschäftsführern einen "ignoranten Umgang" mit dem Thema Freiroda vor.

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Nicht nur Koniferen und andere Nadelbäume sind vom Flughafen Leipzig/Halle gefällt worden. Auch Pappeln, die Birke in der Bildmitte und alte Kirschbäume sind zum Fällen gezeichnet. Errichtet werden soll eine neue Streuobstwiese.

Quelle: Roland Heinrich

Freiroda. Die Fläche, auf der der Flughafen momentan Kahlschlag betreibt, befindet sich am westlichen Ende der Mühlenstraße und wird in Freiroda wegen seiner Form das "Dreieck" genannt. Auf der Fläche waren einst Gärten. "Es war Pachtland von der Kirche und ist vom Flughafen als ökologische Ausgleichsfläche erworben worden", informiert Handke. Die Freirodaerin ist Vorsitzende des im Zusammenhang mit dem Nordbahn-Verfahren gegründeten Vereins zu Wahrung der Bürgerinteressen gegenüber dem Flughafen Leipzig/Halle. Die Fläche, so erläutert Handke, soll in die an anderer Stelle schon begonnene Schutzbepflanzung einbezogen werden.

"Über viele Jahre, seit Beginn der Planungen zum Südbahnbau 2002, 2003 hat sich der Verein dafür stark gemacht, dass mit dieser Fläche sensibel umgegangen wird. Der hier vorhandene Baumbestand schützt das Oberdorf vor Autobahn- und Zuglärm und vor Dreck. In Gesprächsrunden mit der Stadt, dem Landratsamt und dem Flughafen haben wir das immer und immer wieder thematisiert", berichtet Handke. Diese Gesprächsrunden hätten mit dem damaligen Geschäftsführer des Airports, Eric Malitzke, begonnen und seien im Beisein von Dierk Näther fortgeführt worden.

"Jetzt fällt der Flughafen 30 bis 40 Jahre alte Nadelbäume. Ich höre nur noch die Kettensägen. Ich habe den Eindruck, das die jetzigen Geschäftsführer ignorant mit dem Thema Freiroda umgehen", sagt Handke und ist verzweifelt. Freiroda sei die am stärksten von der Südbahn betroffene Gemeinde, stärker noch als Kursdorf, was komplett aufgekauft werde. "Ich frage mich, ob das jetzt ein Signal sein soll und ob sich das Problem Freiroda von selbst erledigen soll", kann Handke ihre Wut kaum noch verbergen.

"Wir haben sofort jemanden nach Freiroda geschickt", sagt Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler), der zu Beginn der Fällungen von Handke und nicht vom Airport informiert wurde. "Entsprechend ist dann eine Anfrage an den Flughafen erfolgt", informiert er. Nach dem geänderten Planfeststellungsbeschluss und dem damit verbundenen landespflegerischen Begleitplan ist entschieden worden, auf der Fläche eine Streuobstwiese zu errichten, sagt Flughafensprecher Robert Hesse. Koniferen und andere Gewächse seien für eine Streuobstwiese nicht zulässig. "Ein Baum, dessen Stamm-Durchmesser die 20 Zentimeter überschritten habe, musste gefällt werden, weil die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet war", informiert Hesse. "Wir sind angehalten, Anordnungen der Landesdirektion umzusetzen. Für uns ist maßgebend, was die Landesdirektion sagt", kommentiert er die Frage nach existierenden Absprachen. Der Flughafen habe Mängel in der Kommunikation eingeräumt, in der Sache indes nicht, ergänzt Enke gestern.

Ob es Absprachen gegeben hat, nach denen vor allem die schon stehenden Nadel-Bäume erhalten werden sollten, bestätigt oder bestreitet Enke nicht. Rechtlich gebe es keinen weiteren Handlungsbedarf für die Stadt, sagt der Oberbürgermeister. "Auch die Fällungen sind sicher genehmigt und im rechtlich grünen Bereich. Für die tatsächliche Situation des Ortes aber völlig ungeeignet", vermutet Handke schon zuvor.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.10.2013
Roland Heinrich

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