Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Schkeuditz Alte Schule in Glesien geht für einen Euro an Verein
Region Schkeuditz Alte Schule in Glesien geht für einen Euro an Verein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 19.03.2017
Die denkmalgeschützte einstige Schule (links) in Glesien wird an den Verein „Lebendiges Glesien“ verkauft, der sie sanieren will. Quelle: Foto: Roland Heinrich
Anzeige
Glesien

Ruhig war es um das leerstehende, ehemalige Schulgebäude in der Delitzscher Straße in Glesien geworden. Seit 2004 wollte es die Stadt Schkeuditz an einen neuen Besitzer bringen. Bis zu einem Kaufangebot vor ziemlich genau einem Jahr tat sich jedoch nicht viel. Letzter Interessent bot 18 000 Euro und wollte das denkmalgeschützte Haus zu einer Pension umbauen. Das benachbarte und zum etwa 1300 Quadratmeter großen Grundstück dazugehörende einstige Bibliotheksgebäude sollte ein Wohnhaus für eine Familie werden.

In Glesien kam dieses Angebot nicht gut an, man traute dem Bewerber nicht und vermutete sogar Spekulationen. Von der Stadt hieß es, dass es Unstimmigkeiten in den schriftlich fixierten Absichtserklärungen gegeben hatte, weshalb ein Stadtratsbeschluss zum Verkauf gar nicht erst gefasst wurde. Sechs Monate nach seinem Angebot zog der Interessent selbiges im September letzten Jahres zurück.

Jetzt haben die Stadträte mit einer Stimmenthaltung beschlossen, dass das Gelände mit der ehemaligen Schule und Bibliothek an den neuen Verein „Lebendiges Glesien“ zu einem symbolischen Preis von einem Euro verkauft werden soll. Vorsitzende dieses im Juli vorigen Jahres gegründeten Vereins, dessen hauptsächliches Ziel die Erhaltung und Sanierung des alten Schulgebäudes ist, ist Ortsvorsteherin Ute Mähnert. „Noch haben wir die Schule nicht gekauft“, sagte sie am Mittwoch und erwähnte noch notwendige Behördengänge, die wohl noch 14 Tage in Anspruch nehmen werden.

Recht positiv hätten die Glesiener die Nachricht vom Schulhauskauf aufgenommen. „Wir haben Unterstützungsangebote auch von Nichtmitgliedern aus dem Ort erhalten“, sagte Mähnert. Das sei auch schon so gewesen, als der Verein im letzten Jahr zu einer Aufräumaktion an der Schule gebeten hatte. Doch was jetzt zu tun ist, geht über das Aufräumen weit hinaus.

„Im nächsten Jahr wird am Haus nicht viel zu sehen sein werden. Das Jahr geht für viel Schreibtischarbeit und für Planungen drauf“, meinte Mähnert. Außerdem müsse nach Fördermitteln Ausschau gehalten werden. Bereits am Mittwoch begab sich Mähnert zum Vereinstag des Vereins Delitzscher Land, welcher zu Fördergeldern aus dem Leader-Topf berät. „Die Aussichten für Vereine sind gar nicht so schlecht“, meinte Mähnert. Dennoch werde die Sanierung nur peu à peu vonstatten gehen können.

Die Bedingungen, die die Stadt an den Verkauf koppelt, sind durchaus als leger zu bezeichnen: Innerhalb von zehn Jahren sollen „nennenswerte“ Modernisierungsmaßnahmen am Denkmal sichtbar sein. Vom vorherigen Interessent war ein Sanierungsplan mit Finanzierungsnachweis für fünf Jahre gefordert worden.

Von Roland Heinrich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Tragische Entwicklung auf der A14 bei Leipzig. Bei einem zweiten Unfall innerhalb weniger Stunden ist ein Mensch ums Leben gekommen. Der Mann fuhr mit seinem BMW auf einen Lastwagen auf.

16.03.2017
Schkeuditz Stolpersteine für Sinti-Familie - Schkeuditz erinnert an sechs weitere Nazi-Opfer

Das mittlerweile dritte und in Schkeuditz größte Projekt im Zusammenhang mit der Verlegung von Stolpersteinen nähert sich dem Ende: Am 29. Mai sollen sechs dieser personalisierten Erinnerungs- und Mahnungssteine in der Mühlstraße vor dem Haus Nummer 10 verlegt werden.

17.03.2017

Einen wegen Betruges mit europäischem Haftbefehl gesuchten Mann hat die Bundespolizei am Montag bei dessen Einreise am Flughafen Leipzig/Halle festgenommen. Bei der Einreisekontrolle stellten die Bundespolizisten fest, dass der 32-Jährige von der polnischen Justiz wegen Betruges gesucht wird.

14.03.2017
Anzeige