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Altscherbitzer Kirche ist fertig

Altscherbitzer Kirche ist fertig

In einem feierlichen Akt sind gestern die Sanierungsarbeiten an der Altscherbitzer Kirche für beendet erklärt worden. Seit April letzten Jahres flossen in das Gotteshaus, das zum Komplex des Sächsischen Krankenhauses (SKH) Altscherbitz gehört, rund 1,5 Millionen Euro.

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Musikalisch umrahmte das Mendelssohn Kammerorchester Leipzig die feierliche Kircheneröffnung.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. "Komplett aus Eigenmitteln", wie SKH-Verwaltungsdirektor Manfred Lori betonte. Acht Planungsbüros und 19 Fachfirmen seien in die Sanierung und Restaurierung involviert gewesen. "Die jetzige Fertigstellung erfüllt mich mit Stolz und Dankbarkeit", sagte Lori in Richtung der Beteiligten und hob die sehr gute Zusammenarbeit ihnen hervor.

Die Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Christine Clauß (CDU), die beim Festakt zugegen war, gratulierte dem Krankenhaus zur frisch sanierten Kirche. "Die Kirche ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Krankenhaus und dem Leben außerhalb des Krankenhauses", sagte sie. Die gestern eröffnete Kirche helfe den Patienten auf deren Weg in ein selbstbestimmtes Alltagsleben. Das unterstrich auch SKH-Chefärztin und Mitglied im Kirchenkuratorium, Barbara Richter: "Die Kirche stellt als Raum der Stille und Pausen eine wichtige Säule in der Therapie dar und dient dem Heilungsprozess."

Volker Kylau, Referatsleiter Bau- und Liegenschaftspolitik im Sächsischen Staatsministerium der Finanzen, hob die Einhaltung vom Finanz- und Zeitplan hervor. "Das ist ja eher die Ausnahme. Die Zusammenarbeit hat mit Blick auf andere Projekte beispielgebend funktioniert", sagte Kylau. Ingo Fischer, Projektleiter im Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, erklärte, was während der Sanierung an baulichen Maßnahmen erfolgte. So seien die historischen Kirchenbänke erhalten und auf einem wiedererrichteten Podest auf der Empore untergebracht worden. Aber auch neue Technik hat Einzug gehalten: "In die Wände eingelassene Lautsprecher, Hörschleifen und ein neues Akustiksystem machen die Kirche auch zu einer Konzertkirche", sagte Fischer. Prinzipiell habe man behutsam saniert, Neuerungen passten sich in die historische Substanz fast unmerklich ein. Allein ein neuer, mit Holz verkleideter Monitor, der einen Blick auf den Falkenhorst im Kirchturm gewährt und sich im Eingangsbereich der Kirche befindet, sei ein Beispiel dafür.

Krankenhausseelsorger Michael Walter fragte nach der Bedeutung der Kirche in der Vergangenheit: "Zwar ist unsere Kirche nicht wie die Leipziger Paulinerkirche 1968 gesprengt worden. Dennoch diente sie über Jahre nur als Lagerraum und ist damit bewusst dem Verfall preisgegeben worden." Die Kirche sei in dem Sinne heute zwar kein Funktionsgebäude, dennoch aber eine "Sinn-Hütte". Walter sei froh, dass sich das Krankenhaus mit der Sanierung gegen die "falsche Parallelität von Sinn und Zweck" gestellt habe. Wie seine Vorredner Lori und Clauß erwähnte aber auch Walter das dunkle Kapitel der Nazi-Euthanasie und die Notwendigkeit, deren Opfern zu erinnern. "Ohne Erinnerung an das Gewesene ist kein freies Handeln möglich", sagte Walter. Mehr als 5100 Patienten der Altscherbitzer Psychiatrie wurden während der Naziherrschaft in den Kriegsjahren ermordet. Etwa 2000 liegen - ohne bisher namentlich benannt zu sein - auf dem Altscherbitzer Friedhof.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.06.2014
Roland Heinrich

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