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Am Thomas-Müntzer-Hort startet ab nächster Woche neuer Anbau

Am Thomas-Müntzer-Hort startet ab nächster Woche neuer Anbau

Es kann durchaus als Luxus bezeichnet werden, was die Kinder der Schkeuditzer Thomas-Müntzer-Grundschule im Stadtteil Wehlitz erwartet. Mit einem Hort-Neubau, welcher in Kürze begonnen wird, entsteht ein modernes, dreietagiges Gebäude mit einer Dachterrasse.

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So soll der Hort mit saniertem Altbau und dem Neubau von der Straße aus aussehen.

Quelle: Grafik Auspurg Borchowitz Partner Nadine Greiner

Schkeuditz. Der fast fertiggestellte Altbau, der zum Hort dazugehört, erfüllt die Denkmalauflagen. Alles ist großzügig angelegt. Auch ein neues Hortkonzept soll Einzug halten. Sebastian Kneipp, der als Entdecker sogenannter Wasserkuren gilt und diese bekannt machte, ist Namensgeber des neuen Konzeptes, dessen Einführung im dann neuen Hort bereits grünes Licht von Seiten der Behörden erhalten habe. Doch für das Konzept muss zunächst gebaut werden.

"Bis Jahresende will ich den Rohbau stehen haben - man muss ja Ziele haben", sagte Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler) jetzt bei einem vor-Ort-Termin. Dabei zeigte er trotz einiger Rückschläge bei der Sanierung des benachbarten Altbaus gehörigen Optimismus. In jenen Altbau, der ebenfalls als Hortgebäude fungieren wird, sollte im Mai schon Einzug gefeiert werden. "Ich gehe vom September oder Oktober aus", sagte Dornbusch zum jetzigen Zeitplan.

Schäden an der Bausubstanz, hauptsächlich am Holz, und ein Fundament, welches sich während des Baus als unzureichend herausstellte, sorgten für die Verzögerung (die LVZ berichtete). Auch, und das sei der vorgeschriebenen Form der Ausschreibung geschuldet, hätte es dann Schwierigkeiten bei der Abstimmung der Firmen gegeben. "Die Auftragslage für die Firmen ist momentan sehr gut. In den Sommermonaten wird überall gebaut. Wenn dann Verzögerungen auftreten, stellt es eine Herausforderung dar, die Firmen, die zwischenzeitlich woanders arbeiten, zeitnah wieder auf die Baustelle zu bekommen", erklärte Dornbusch.

Unterdessen ist der Innenausbau im Altbau in vollem Gange. Heizungskörper werden anmontiert, Trockenbauarbeiten sind zu großen Teilen abgeschlossen - je höher man im Gebäude steigt, um so größer ist der Fortschritt, der zu sehen ist. "Wir arbeiten von oben nach unten", erklärt Dornbusch. Lampen müssen noch angebracht und Installationen durchgeführt werden. Die Brandschutztüren zum benachbarten Schulgebäude sind indes schon eingebaut. Der Durchbruch dorthin muss aber noch erfolgen.

"Wir sind jetzt bei etwa einer Million Euro und damit im Kostenrahmen geblieben", erwähnte Dornbusch nicht ohne Stolz. Für die Sanierung des Altbaus sind etwa 1,1 Millionen Euro eingeplant gewesen. Für den Neubau werden etwa 800 000 Euro veranschlagt. Da die geschätzten Kosten aber aus dem Jahr 2009 stammen und die Baukostenentwicklung eine steigende ist, geht die Stadt jetzt von etwa 150 000 Euro Mehrkosten aus. Dieser Betrag soll vorsorglich im Haushalt 2015/2016 angemeldet werden. Mit rund 714 000 Euro aus dem Förderprogramm Kita-Invest vom Land Sachsen und dem Landkreis Nordsachsen wird die Sanierung des Altbaus und die Errichtung des Neubaus gefördert.

Die momentan 154 Kinder, die den Hort besuchen, sind in einem Interimsbau in der Nachbarschaft der Schule untergebracht. Da die Horterrichtung mit der Sanierung des Altbaus und dem Neubau aus zwei abgeschlossenen Bauabschnitten besteht, kann der Altbau, wenn er fertig ist, auch gleich bezogen werden. Zusätzlich findet in der Schule eine Doppelnutzung diverser Klassenräume statt.

Zwei Bauabschnitte wurden deshalb geplant, weil Schkeuditz zur Planungszeit recht klamm da stand und nicht klar war, ob der Neubau überhaupt zu stemmen ist. Auch, ob Fördergeld kommt, war noch nicht bekannt. Mit dem ersten Bauabschnitt, der auch über Jahre der einzige hätte bleiben können, hätte die Stadt oder besser die Schule wenigstens ein nutzbares Gebäude erhalten. Nun kann, obwohl die Sanierung des Altbaus noch gar nicht beendet ist, in der nächsten Woche mit dem Neubau begonnen werden.

Mit dem Umzug in den sanierten Altbau wird der Interimsbau, der der Stadt gehört, leergezogen und soll verkauft werden. Auch, um zum Gebäude ein passendes Grundstück anbieten zu können, ist derzeit ein neues Konzept für den in Deutschland wegen seiner Größe wohl einmaligen Schulzoo in Arbeit.

Erst kürzlich hatte der Stadtrat freudig zur Kenntnis genommen, dass die Jagdgenossenschaft 2500 Euro an den Schulzoo spendete. "Damit werden keine laufenden Kosten beglichen. Eine genaue Verwendung ist aber noch nicht festgelegt", sagte Stadtsprecher Helge Fischer auf Nachfrage. Die laufenden Kosten bewegen sich pro Jahr um die 17 000 Euro, informierte Fischer.

Der Zoo selbst ist fest in das Ganztagskonzept der Grundschule integriert. Mehrere Tier-AGs werden angeboten, bei denen es nun aber wohl Probleme personeller Art gibt. Wie einer Information des Fördervereins zu entnehmen ist, werden interessierte Schkeuditzer gesucht, die mit Fachwissen und Interesse eine AG übernehmen würden. Insbesondere die Meerschweinchen- und Kaninchen-, die Hühner-AG und die Pferde-AG suchen Mitstreiter. Die sollten sich an den Förderverein, der auf der Internetseite der Grundschule zu finden ist, wenden.

Ob Personalfragen beim neuen Zoo-Konzept erörtert werden, ist unbekannt. Auch wer, nach der Verabschiedung von Sabine Borrmann in den Ruhestand dann ab September neuer Schulleiter in Wehlitz wird, kann Dornbusch noch nicht sagen. Zumindest baulich kommt auf die Schule und auch auf den Zoo einiges zu. Von Gebäudeabrissen ist die Rede, um einen größeren Zugang zum Zoo zu erhalten. "Auch eine öffentliche Nutzung spielt bei den Diskussionen eine Rolle", verriet der Bürgermeister.

 

 

www.gundschule-wehlitz.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.07.2014
Roland Heinrich

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