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Schkeuditz Amok-Drohung: Polizeischutz für Berufsschüler in Schkeuditz
Region Schkeuditz Amok-Drohung: Polizeischutz für Berufsschüler in Schkeuditz
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14:12 19.05.2015
Eine anonyme Drohung löste in der Schkeuditzer Berufsschule einen Polizei-Großeinsatz aus. Quelle: Roland Heinrich

"Ab 5.30 Uhr waren die Kollegen in der Berufsschule und untersuchten das Gelände und die Gebäude", sagte Polizei-Hauptkommissarin Maria Braunsdorf auf Anfrage der LVZ. Mit Hunden sei nach Sprengstoff und nach Drogen gesucht worden.

Was war passiert? "Wir haben am Mittwoch eine Gewaltandrohung erhalten. Daraufhin hat Herr Fröhlich die Polizei informiert", sagte gestern der Sprecher der Sächsischen Bildungsagentur Leipzig (SBAL), Roman Schulz. Wolfgang Fröhlich ist Schulleiter des Berufsschulzentrums in Delitzsch und vertritt momentan den Schkeuditzer BSZ-Leiter Dietrich Lehne. In welcher Form die Gewaltandrohung das BSZ erreichte, gab Braunsdorf bekannt: "Es handelte sich um einen Schriftzug, der an einer Wand in der Herrentoilette zu lesen war." Den genauen Wortlaut kenne sie zwar nicht, er beinhaltete aber eine Amok-Androhung, sagte die Polizei-Hauptkommissarin. Diese anonyme Drohung habe sich konkret auf den gestrigen Tag bezogen.

"Schon am Mittwoch sind Polizeikräfte vor Ort gewesen", sagte Braunsdorf gestern. Bei dem gestrigen Einsatz habe es sich um einen geplanten gehandelt. Das bestätigte auch SBAL-Sprecher Schulz. "Wir haben intern besprochen, wie der Einsatz am Freitag ablaufen soll", sagte er. Jene Besprechung habe nach LVZ-Informationen am Donnerstag stattgefunden.

Während des gestrigen Einsatzes seien nach Auskunft von Anwohnern zwei Hundertschaften zum Einsatz gekommen. Das gesamte Gelände und die Gebäude seien durchsucht worden. Vor der Berufsschule hätten Beamte in Schutzwesten und mit Maschinenpistolen gestanden. "Die Beamten haben derartige Waffen dabei", bestätigte Hauptkommissarin Braunsdorf. Dass diese aber öffentlich sichtbar getragen wurden, könne sie nicht bestätigen.

Nachdem die Durchsuchung der vier Berufsschulgebäude und des Geländes mit dem Sprengstoff-Hund ohne Ergebnis abgeschlossen worden war, wurden die Schüler in die Schule gelassen. "Vorher haben wir aber die Taschen der Schüler kontrolliert. Dabei sind ein Messer und Betäubungsmittel gefunden worden", sagte Braunsdorf. Welche Betäubungsmittel das waren, konnte sie nicht mitteilen. Dass ein Drogenhund zum Einsatz gekommen sei, habe mit der unkonkreten Drohung zu tun. "Wir wussten nicht, welche Substanzen oder Waffen eingeschleust werden sollten", erklärte Braunsdorf. Deshalb habe man nicht nur nach Sprengstoff und Waffen gesucht.

Nach der Durchsuchung sei der Großteil der Beamten abgezogen worden. Einige Polizeibeamten sind aber bis zum Unterrichtsschluss vor Ort geblieben, sagte Braunsdorf. Gegen Mittag verließen auch die verbliebenen Polizisten mit den Schülern das BSZ. Der Unterricht habe normal stattfinden können.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.03.2015
Roland Heinrich

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