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An der A 9 kann gebaut werden

An der A 9 kann gebaut werden

Im Airportpark Leipzig-Halle könnten in naher Zukunft bauliche Aktivitäten zu beobachten sein. Dafür haben die Schkeuditzer Stadträte zumindest den Weg geebnet.

Schkeuditz. In einer extra einberufenen Sondersitzung sind gleich mehrere Beschlüsse zu dem amtlich als Watzschkenbreite bezeichneten Gewerbegebiet gefasst worden. "Wir wollen, dass dem Investor keine Zeit verloren geht und er so schnell wie möglich loslegen kann", begründete Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) den Sondersitzungstermin, welcher nur zwei Wochen vor dem regulären Sitzungstermin lag.

Was an dem flächenmäßig wohl größten Gewerbegebiet an der Autobahn 9 losgehen soll, ist zum einen die verkehrliche Erschließung, also eine Straße in das Gewerbegebiet. Die bisherige Zufahrt auf das Areal liegt auf sachsen-anhaltischem Terrain und galt dem Landratsamt Nordsachsen als nicht ausreichend. Nun soll von der A-9-Abfahrt Schkeuditz eine Zufahrt in das Gebiet entstehen. Wo die Straße entlangführen wird, ist bereits zu erahnen. Archäologen nämlich haben auf der etwaigen Trasse bereits Suchschachtungen mit Hilfe eine Baggers durchgeführt (die LVZ berichtete). Allerdings sollte die Straße bereits Ende letzten Jahres fertig sein.

Ebenfalls von Archäologen "durchwühlt" ist zusätzlich auch ein Gebiet, das sich nördlich der bereits bestehenden Bebauung befindet. Rund 110 000 Quadratmeter ist die Fläche groß und hat nun wohl einen Investor gefunden. "Wie ich erfahren habe, soll nach Planungen eventuell noch in diesem Jahr der Rohbau eines neuen Gebäudes dort stehen", sagte Enke. Wer allerdings dieser Investor ist, liegt noch im Dunkeln. Der Zeitplan, den Enke nennt, ist als sehr sportlich zu bezeichnen. Vom Landesamt für Archäologie nämlich heißt es, dass dessen Arbeit vor Ort bis zum August dauern werde.

Ziemlich genau vor einem Jahr hatte es bereits einen Interessenten für eine etwa gleich große Fläche im insgesamt 317 000 Quadratmeter großen Areal gegeben. Von einem Autohof, der eventuell entstehen könnte, war die Rede. Im Juli letzten Jahres dann wollte die mit der Vermarktung der Flächen beauftragte BNP Parribas Real Estate GmbH einen Käufer präsentieren. Doch es blieb still. Auf Nachfragen zu Jahresbeginn wollte die Firma keine Informationen mehr herausgeben. Ob es sich dennoch um denselben Interessenten handelt, ist ungewiss.

Einstimmig nun haben die Schkeuditzer Stadträte den Abwägungsbeschluss zum Gebiet gefasst. Interessant dabei ist, dass auch der Erschließungsträger selbst Hinweise zum B-Plan gegeben hatte. Es wurden Baufeldzusammenlegungen und Änderungen bezüglich der Verkehrserschließung angeregt. Dem folgte die Stadt bei den Planungen.

Die Stadträte beschlossen ebenfalls einstimmig die Satzung zum B-Plan und den Entwurf eines Erschließungsvertrags, der mit dem Eigentümer, der dänischen Gesellschaft "Ejendomsanpartsselskabet af 31. Januar", geschlossen werden soll. Obwohl bereits ein Erschließungsvertrag von 2013 existiert, musste wegen des geänderten Straßenverlaufs und der Zusammenlegung von Baufeldern im neuen B-Plan nun ein neuer beschlossen werden. Inhalt ist unter anderem, dass die Kosten für den Straßenbau beim Erschließungsträger und nicht bei der Stadt entstehen.

Ebenfalls beschlossen wurde ein Städtebauvertrag über die Ausgleichsmaßnahmen für die Bauaktivitäten sowie über die Ablösezahlung auf das sogenannte Öko-Konto.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.05.2015
Roland Heinrich

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