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Ansiedlung: Zalando schreit in Thüringen

Ansiedlung: Zalando schreit in Thüringen

Mit schrägem Humor in seinen TV-Spots fällt derzeit der Berliner Internet-Händler Zalando auf. Im Schkeuditzer Rathaus allerdings weckt der komische Schrei der Werbe-Figuren eher ein Gefühl der Enttäuschung.

Schkeuditz. Denn wie die LVZ erfuhr, hatte sich der Online-Anbieter von Schuhen und Bekleidung im Zeitraum Februar/März auch in der Flughafenstadt nach den Bedingungen für die Ansiedlung eines Lager- und Logistikzentrums erkundigt, sich dann aber für einen anderen Standort entschieden. „Wir, das Landratsamt und andere Behörden haben auch in Zusammenarbeit mit Leipzig alles getan, um Zalandos ambitionierten Zielen und Forderungen entgegenzukommen. Alle waren gewillt, die Ansiedlung möglich zu machen. Immerhin hätten hier im Endausbau 3000 Leute einen Job gefunden“, berichtete der Schkeuditzer Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler). Lage und infrastrukturelle Anbindung seien ja topp.

Am Ende aber, so Enke, sei wohl die höhere Förderung in Thüringen ausschlaggebend gewesen. Zuvor war auch der CDU-Landtagsabgeordnete Rolf Seidel um Hilfe gebeten worden, in Sachsens Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Möglichkeiten auszuloten, doch noch einen Weg für mehr Förderung zu finden. „Die sogenannte GA-Förderung gibt es nur für produzierendes, nicht für Dienstleistungsgewerbe. Das Ministerium zeigte sich da nicht flexibel. Schade, nun entstehen die Jobs eben nicht nahe der Stadt Leipzig, die die zweithöchste Arbeitslosenquote in Sachsen hat, sondern in Thüringen. Ich habe Ministerpräsident Tillich schon gesagt, dass das so nicht geht“, schimpfte Seidel. Im Erfolgsfall hätte die 2008 gegründete Zalando GmbH eine 7000 Quadratmeter große Halle gebaut, samt einer Logistik ähnlich wie beim Internet-Händler Amazon, sagte Seidel, der das Investitionsvolumen auf eine höhere zweistellige Millionen-Summe schätzte.

Im von Sven Morlok (FDP) geführtem Wirtschaftsministerium antwortete Martina Pirk auf entsprechende LVZ-Anfragen und schrieb unter anderem: „Wir freuen uns über jeden Investor, der sich für Sachsen interessiert und unterstützen ihn im Rahmen unserer Möglichkeiten. Zalando hat jedoch zu keinem Zeitpunkt eine Ansiedlungsabsicht bekundet oder Informationen zur Verfügung gestellt, die die Prüfung von Fördermöglichkeiten erlaubt hätten.“ Dass die Subventionswertobergrenze und damit die Höchstförderung im ehemaligen Regierungsbezirk Leipzig gegenüber anderen Regionen um zehn Prozentpunkte habe abgesenkt werden müssen, sei eine nicht zu beeinflussende Entscheidung der EU-Kommission gewesen. Ansonsten geht Sachsen nach der jüngsten Anpassung seiner Förderrichtlinien davon aus, so Pirk, dass man beim Wettbewerb um wichtige Ansiedlungen die überzeugendsten Konditionen bieten könne.

Zalando selbst antwortete bis Redaktionsschluss nicht auf Fragen zu Gründen der Standortwahl. In Berlin hieß es nur allgemein, dass es eben üblich ist, sich an verschiedenen Standorten nach den besten Bedingungen umzusehen.

Olaf Barth

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